Sebastian Ofner muss in Runde drei der French Open gegen den Franzosen Corentin Moutet ran und damit vielleicht auch gegen die französischen Fans. In der vierten Partie nach 11 will der Österreicher wieder überzeugen. Wir berichten live, siehe Ticker unten.
Hier der Liveticker:Nach dem Match schnell ins Eisbad und dringend wieder die Proteine aufladen. Erst ein Shake, dann Lachs mit Reis, dazu ein Cola. So sammelte Ofner nach dem 4:12-Stunden-Krimi gegen Sebastian Baez wieder Energie, präsentierte sich danach gelöst und erleichtert. „Das war ein richtig gutes Match. Teilweise habe ich mir bei den Rallyes, die wir da gespielt haben gedacht: Poah, das ist irre.“Einmal mehr hatte sich Ofner beim 3:6, 3:6, 6:4, 7:5, 7:6 als mental sehr stark und äußerst fit erwiesen. Der Knackpunkt war wohl der gewonnen dritte Satz, in dem er variantenreicher und aggressiver gespielt hatte. „Ich habe schon gemerkt, dass ihn das beschäftigt, er hat begonnen, Fehler zu machen, mir viele Punkte geschenkt. Da dachte ich mir, ich schaue ihn an.“So holte der Steirer den vierten Satz, war in der Entscheidung. Und in einem einzigen Durchgang kann eben viel passieren. In Australian gegen Thanasi Kokkinakis hatte er etwas Pech gehabt, diesmal war seine klare Strategie: Rallyes. Trotz aller Müdigkeit. „Das Match war schon so lang, aber ich habe gemerkt, er ist noch erschöpfter als ich. Da dachte ich, auf ein paar lange Rallyes kommt es nicht mehr an.“ Das Rezept ging auf, wenngleich Ofner es mit Krämpfen bezahlte.„Das ist schon komisch“Schlimm findet er, dass er bereits am Freitag wieder spielen muss, nach zwei Fünf-Satz-Partien keinen Ruhetag hat. „Das finde ich bei einem Grand Slam schon komisch.“ Der nächste Gegner ist Corentin Moutet, der Günter Bresniks Schützling Alexander Schewtschenko 6:4, 6:2, 0:6, 6:3 bezwang. Somit wartet auf Ofner in der vierten Partie nach 11 auf dem Court Simonne Mathieu, dem drittgrößten der Anlage, ein Lokalmatador und Lefty, eine Wundertüte. „Das kann mit den Fans richtig unangenehm werden“, weiß Ofner, nimmt aber auch das, wie alles andere cool: „Ich habe so etwas noch nie erlebt, das wäre eigentlich mal lustig.“Gelingt es Ofner, mit der Hilfe von Physiotherapeut wieder richtig fit zu werden, kann er sich gegen den Weltranglisten-79. gute Chancen ausrechnen. Denn eins ist klar: Der Österreicher ist mental definitiv der stärkere der beiden. Moutet ist auf der Tour vor allem für seine Ausraster und zerstörten Schläger bekannt.