Europas Hotellerie hat sich für 2025 bis 2030 einen neuen Kriterienkatalog auferlegt (siehe Video oben). Hintergrund ist auch der Personalmangel, den Hotels beklagen. Künftig könnten etwa Eincheck-Computer unsere Rezeptionisten ersetzen.
Bei vielen Hotelaufenthalten im Ausland ist es – zumindest in den unteren Sterne-Kategorien und im Apartmentbereich – längst Realität. Vor der Anreise bekommt man Instruktionen und einen Code, mit dem man ins Hotel gelangen und die Zimmerkarte entgegennehmen kann. Eine Rezeptionistin oder einen Rezeptionisten findet man dann nirgendwo mehr. Gibt es Probleme, soll man sich an eine Handynummer wenden.Es ist ein Szenario, das ab 2025 großflächiger auf Touristen zukommen könnte. Denn die Hotelstars Union, der 1,2 Millionen Zimmer in Europa angehören, legte sich für 2025 bis 2030 einen neuen Kriterienkatalog auf, der dann von Hotels – egal, ob Ein-Stern- oder Fünf-Sterne-Resort – übernommen werden muss.Handtücher nicht täglich, Automat statt der MinibarDoch was genau soll sich nun ab 1. Jänner 2025 für die Beherbergungsbetriebe vom Bodensee bis zum Neusiedler See ändern? Und wie wirkten sich jene Neuerungen auf die Kunden aus?Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, hieß es in einer Aussendung. Und doch müsse man Entwicklungen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung sowie Automatisierung und dem Personalmangel Rechnung tragen. Neu sind beispielsweise Empfehlungen für die Matratzenreinigung, um den Hygieneanforderungen gerecht zu werden und die Lebensdauer der Matratzen zu verlängern. Dass Schuhputz- und Nähzeug künftig nicht mehr verpflichtend auf den Zimmern bereitgestellt ist, dürfte für Hotelgäste verkraftbar sein.Verkürzte ÖffnungszeitenDass ein Wechsel von Handtüchern und Bettwäsche nur noch auf Kundenwunsch erfolgt, dürfte dann doch den ein oder anderen irritieren. Gerade für ältere oder in Technik und Sprache nicht so sattelfeste Touristen werden Änderungen wie der Ersatz von Rezeptionisten durch Computer oder Automaten statt der Minibar stärker ins Gewicht fallen. Denn scheitert man an der Technik, steht man vor verschlossenen Türen. Auch die Verkürzung der Öffnungszeiten von Rezeption und Zimmerservice könnten zum Ärgernis werden.Die Österreichische Hoteliersvereinigung (ÖHV) weiß, dass der Personalmangel die Hotellerie zum Umdenken bewegt. Die Pandemie führte dazu, dass Angestellte ihren Betrieben den Rücken kehrten. Jene fehlen nun überall. Während der Tourismus munter wächst, beklagen laut einer Umfrage von Eco Austria 49 Prozent von 258 befragten Hoteliers in Österreich, nicht mehr alle Stellen besetzen zu können.Fast zwei Drittel finden keine ServicekräfteBeim Service sind es gar 62,1 Prozent, für Küche und Rezeption je 55,2 Prozent. Den Umsatzrückgang schätzte man im Schnitt mit 7,4 Prozent ein. Nun müsse, so Walter Veit, Präsident der ÖHV, die Politik gegensteuern. Technische Lösungen wie der Eincheck-Computer seien nur eine Maßnahme. Viele weitere müssten folgen ...