Im Fernsehen zogen die Damen-Rennen in Zauchensee die Massen in ihren Bann. Vor Ort ließ der Zuschauerandrang aber zu wünschen übrig. Warum das typisch österreichisch ist. Eine Kolumne von „Krone“-Sportredakteur Sebastian Steinbichler.
Frau und Herr Österreicher sind bekanntlich vorbildlich, wenn es darum geht, Ski-Rennen am Fernseher zu verfolgen. Das stellten sie auch am vergangenen Wochenende wieder unter Beweis. Weit über 600.000 Leute blickten allein am Samstag gebannt auf den Bildschirm, als sich Conny Hütter und Co. über die anspruchsvolle „Kälberloch-Strecke“ in Zauchensee wagten.Zahlen, die beeindruckend sind und zeigen, dass im Skisport viel richtig gemacht wird, was Übertragung angeht. Allein die Drohnenaufnahmen am Start waren spektakulär. Das schafft fast keine andere Sportart. Hätte sich mehr verdientBilder, die man auch vom Zielraum aus hätte sehen können. Doch genau dort haperte es ein wenig, was die Begeisterung angeht. 14.000 Zuschauer verfolgten die drei Rennen in der „Zauch“ vor Ort. Zahlen, die im Vergleich zu den Vorjahren zu wünschen übrig lassen. Woran es liegt? Schwierig. Denn der gesamte Event war echte Werbung für den Skisport. Angefangen bei der Organisation der Rennen bis hin zu den Leistungen der heimischen Damen - alle hätten sich mehr spürbare Begeisterung verdient. Nicht einmal das Wetter darf als Ausrede dienen. Schließlich herrschte drei Tage lang strahlender Sonnenschein. Vielmehr liegt die Antwort wohl dort, wo Herr und Frau Österreicher eben auch vorbildlich sind: in der Gemütlichkeit.