Tausende Israelis aus dem rechtsextremen Lager zelebrierten den Jahrestag der Eroberung der ganzen Stadt mit dem „Marsch der Fahnen“. Dabei kam es auch zu Gewalt. Mehrere Personen wurden festgenommen. Andere Israelis setzten als bewussten Kontrast zur Demo ein Zeichen der Versöhnung.
Dem Gazakrieg zum Trotz zogen gestern Zehntausende Israelis, vorwiegend aus dem rechten und rechtsextremen Lager, mit nahezu ebenso vielen israelischen Fahnen durch das Damaskustor und den arabischen Teil der Altstadt von Jerusalem. Mit ihrem bewusst provokativen Flaggenmarsch zelebrierten sie den 57. Jahrestag der Eroberung der Altstadt und des Ostteils von Jerusalem während des Sechstagekrieges im Jahr 1967 durch die israelische Armee.Die Polizei hatte erklärt, dass es keinerlei Toleranz für Gewalt – von welcher Seite auch immer – geben werde. Es standen mehr als 3000 Polizisten und Soldaten im Einsatz.Dennoch kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Erstes Opfer war ein palästinensischer Journalist, der von einer Gruppe jugendlicher Israelis angegriffen wurde. Demonstranten schlugen auch auf einen israelischen Reporter der liberalen Zeitung „Haaretz“ ein, der sich schützend vor andere Kollegen gestellt hatte. Wie die Polizei bekannt gab, nahm sie fünf Personen fest, die des Angriffs auf die Journalisten verdächtigt werden.Kurz zuvor hatten noch versöhnungswillige Israelis in der Altstadt von Jerusalem aus riesigen Sträußen Blumen an ihre arabischen Mitbewohner ausgeteilt und damit bei vielen für Freude gesorgt.