Künstliche Intelligenz (KI) dringt mit rasantem Tempo in alle Lebensbereiche ein. Auch die Schulen sind nicht davon verschont. Wie geht die Politik damit um, wie werden Kinder und Jugendliche auf die Zukunft vorbereitet? Die „Krone“ hat sich umgeschaut.
Das Bildungsministerium hat mit der Schulplattform „Portal Digitale Schule“ zwar einen Megaflop hingelegt. Die Digitalisierung an den Schulen hat in der Corona-Pandemie dennoch einen riesigen Schub gemacht. Die Schulen aus dem Jahr 2019 sind mit den Schulen aus dem Jahr 2023 nicht mehr vergleichbar.Österreich hinkte lange Zeit hinter Vorreiterländern wie Estland hinterher. In den letzten Jahren hat sich aber einiges bewegt. Inzwischen sind fast alle Bundesschulen an das Glasfasernetz angeschlossen und jedes Kind bekommt ab der 5. Schulstufe ein Tablet oder einen Laptop zur Verfügung und es wurde den neuen Pflichtgegenstand „Digitale Grundbildung“ eingeführt, erklärt Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) im Gespräch mit der „Krone“.Zudem werden 100 Schulen in den nächsten zwei Schuljahren zu KI-Pilotschulen. Sie erhalten ein eigenes Projektbudget von 250.000 Euro. Damit kann zusätzliche Lernsoftware angeschafft und - begleitet von Hochschulen - getestet und evaluiert werden. Für die Teilnahme ist eine Bewerbung nötigDarüber hinaus werden auch Unterrichtsmaterialien für alle Schulen besser mit KI-Beispielen ausgestattet - von der Eduthek, einem frei zugänglichen Content-Pool des Ministeriums, über den digi.case, einem Digital-Lernkoffer für die Volksschulen, bis zu den klassischen Schulbüchern etwa für die Digitale Grundbildung. Das Thema KI soll auch stärker in die Lehrer-Ausbildung integriert werden.Nach wie vor verboten bleibt der Einsatz von KI, wenn damit Leistungen vorgetäuscht werden sollen, betonte Polaschek. In diesem Fall würden diese weiterhin nicht beurteilt - Lehrkräfte sollten offen über missbräuchliche Verwendungsformen sprechen und Schüler für das Thema sensibilisieren. Was erlaubt ist, wird weiter von den Lehrkräften festgelegt - etwa Taschenrechner, Formelsammlungen etc. Bei Hausübungen oder auch abschließenden Arbeiten wie der Vorwissenschaftlichen Arbeit oder der Diplomarbeit dürften KI-Tools nur unterstützend eingesetzt werden und müssen klar ausgewiesen werden. „Die Letztverantwortung liegt bei den Schülern.“Die jüngste PISA-Studie hat sich ebenfalls mit dem Einfluss von Technologien auf die Schulleistungen beschäftigt und gezeigt, dass sich eine moderate Nutzung digitaler Geräte positiv auf die Schülerleistungen auswirken kann, allerdings gilt es dafür, die Technologie lernunterstützend einzusetzen und Ablenkungen zu vermeiden.Im OECD-Durchschnitt erzielten Schüler, die ihre digitalen Geräte täglich nicht mehr als eine Stunde zum Zeitvertreib nutzen, in Mathematik 49 Punkte mehr als solche, die das fünf bis sieben Stunden pro Tag tun. 45 Prozent der Schüler gaben an, dass sie sich nervös oder unruhig fühlen, wenn sie ihre digitalen Geräte nicht griffbereit haben, und 65 Prozent berichteten von Ablenkungen durch digitale Geräte zumindest in manchen Mathematikstunden.