„Ich schaue nie auf den Ball“, verriet er nach dem Aufstieg ins EM-Halbfinale. England-Stürmer Ivan Toney sorgt derzeit mit seiner eigenwilligen Elfmeter-Technik für Aufsehen. Die halbe (Fußball-)Welt versucht aktuell, das Mysterium zu entschlüsseln.
Vierter Schütze im Penaltyschießen: Ivan Toney geht auf den Elferpunkt zu, macht sich bereit für seinen Schuss. Seine drei Kollegen vor ihm haben alle verwandelt.Und jetzt er: ungewöhnlicher Anlauf, ungewöhnliche Schusstechnik, extreme Genauigkeit, Schweiz-Goalie Yann Sommer errät zwar die Ecke, taucht auch flink ab – und hat letztlich doch keine Chance gegen den ins Seitennetz gezwirbelten Ball von Toney. „Ich schaue nie auf den Ball!“Die Fußball-Welt staunt. Genauer geht‘s kaum. Und auch kaum ungewöhnlicher. Toney, der Brentford-Striker, würdigte während des Anlaufs den Ball keines Blickes. „Ich schaue nie auf den Ball“, wird er später vor Journalisten erklären.Verbal ähnlich staubtrocken wie vom Elferpunkt. Und siehe da? Er macht es seit vielen Jahren. Also nicht den Ball anzuschauen. Weil er sich so einen entscheidenden Vorteil verschafft. „Wenn ich lange genug warte, hat der Goalie keine Chance“, versicherte er einmal.„Manche Leute halten es für verrückt“„Ja“, schmunzelte er auf eine Nachfrage eines Journalisten, „manche Leute halten es für verrückt (nicht auf den Ball zu schauen, Anm.), aber das ist meine Routine. Ich mache es immer so. Und es funktioniert.“ Offensichtlich.Was noch funktioniert: Ein ehemaliger Trainer von Toney erklärte, dass er im Training stets von weiter hinten, also nicht direkt vom Elfmeterpunkt, schießt und trainiert. Warum? Weil dann, wenn ich im Spiel vom Elferpunkt schieße, das Tor größer wirkt.“ Interessant. Jedenfalls erfolgreich.