Rezessionsängste in den USA und Sorge um die Konjunktur weltweit haben am Montag die asiatischen Aktienmärkte einbrechen lassen. Der Nikkei-Index in Tokio musste – nach Punkten – sogar höhere Verluste hinnehmen als am sogenannten Schwarzen Montag im Jahr 1987. Die Finanzwelt blickt nun gespannt in die USA, wo in wenigen Stunden die Börsen öffnen.
Der Nikkei-Index musste laut „Financial Times“ seinen größten Tagesverlust nach Punkten hinnehmen: 4450 Punkte. Das sind deutlich mehr als an dem im Oktober 1987 an der US-Wertpapierbehörde Wall Street ausgelösten „Schwarzen Montag“ – damals waren es 3836 Punkte gewesen.Nach Prozentpunkten waren die Verluste des Nikkei aber damals mit 14,9 Prozent größer als am Montag mit 12,4 Prozent, berichtete das „Wall Street Journal“. Der Handel an der Börse in Tokio musste wegen dramatischer Kursstürze mehrmals ausgesetzt werden.Der exportorientierte Nikkei-225 in Japan rasselte angesichts der Sorgen um die US-Konjunktur um enorme 12,40 Prozent, auf 31.458,42 Zähler, hinunter. Der Anstieg der Landeswährung Yen, mögliche Zinserhöhungen und die trüberen Wirtschaftsaussichten für die USA untergraben in Fernost das Vertrauen der Investoren.Deutliche Verluste an Wiener BörseAuch Europas Börsen starteten mit teils hohen Verlusten in den Montag. Die Wiener Börse, die bereits Ende der Vorwoche deutlich nach unten gegangen war, startete mit deutlichen Verlusten in den Handel. Der ATX notierte kurz vor 10 Uhr mit minus 2,29 Prozent. Kursverluste von über drei Prozent verbuchten Schoeller-Bleckmann, EVN und Wienerberger.Bei den wichtigen Banken Raiffeisen, BAWAG und Erste Group beliefen sich die Abgaben auf über zwei Prozent. Unter den wenigen Gewinnern steigerten sich im ATX die Aktien der Immofinanz und CA Immo um jeweils 0,7 Prozent.Auch Bitcoin-Kurs rasselt hinunterDie Kryptowährung Bitcoin sackte um rund zehn Prozent ab – auf 47 300 Euro. Was einen Verlust von mehr als 10.000 Euro seit Freitag und ein Minus von mehr als 20 Prozent bedeutet.Yen auf höchstem Stand seit JahresbeginnNach einer monatelangen Kurs-Rally in Japan hatte der Nikkei-225 Mitte Juli bei gut 42.400 Punkten eine Höchstmarke erreicht. Dann aber erlebte die Landeswährung Yen innerhalb kurzer Zeit einen starken Anstieg, was die Aktienkurse der exportabhängigen japanischen Unternehmen stark belastete. Zum US-Dollar etwa stieg der Yen am Montag auf den höchsten Stand seit Jahresanfang.Besser als die japanischen Indizes hielten sich die chinesischen Börsen. Der Hang-Seng-Index der Sonderverwaltungszone Hongkong fiel zuletzt um 2,15 Prozent auf 16.580,42 Punkte. Der Shanghai Composite sank um 1,45 Prozent auf 2863,14 Zähler. Beide Indizes hatten allerdings in den vergangenen Wochen bereits deutlich verloren. Der südkoreanische Kospi rasselte unterdessen um 8,77 Prozent auf 2441,57 Zähler hinab.Warten auf die USADie deutsche „Bild“ schreibt bereits von einem „Börsenbeben“, das nun rund um die Welt gehe. Ob tatsächlich auch die US-Börsen betroffen sein werden, wird man ab 15.30 Uhr wissen.