Die demokratische US-Präsidentschaftsbewerberin Kamala Harris hat sich für einen Vize-Kandidaten entschieden. Das Rennen machte laut US-Medien der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz – den vor wenigen Wochen noch niemand auf dem Zettel hatte.
Insider hatten den 60-Jährigen zuletzt als einen der beiden Favoriten auf die Position des „Running Mate“ gehandelt. Der zweite aussichtsreiche Bewerber Josh Shapiro, Gouverneur von Pennsylvania, zog den Kürzeren.Älterer weißer Mann der einfachen WorteWalz steht seit 2019 an der Spitze des 5,7-Millionen-Einwohner-Staates Minnesota im Mittleren Westen. Er gilt als Politiker, der mit seiner einfachen Sprache auch Zugang zu Wählern mit geringerem formalen Bildungsgrad findet. Zugleich vertritt der ehemalige Nationalgardist und Football-Trainer liberale Positionen zu Abtreibung und Cannabis. Harris verspricht sich durch seine Nominierung offenbar die Unterstützung der weißen Wähler aus den Arbeiterklassen im Rust Belt, die zuletzt mehrheitlich für Republikaner stimmten. „Er redet und sieht aus wie viele der Wähler, die wir an Trump verloren haben“, sagte ein langjähriger demokratischer Mitarbeiter gegenüber CNN. Auch vom Profil war es keine Überraschung, dass Harris als „Gegengewicht“ einen weißen Mann an ihrer Seite wählen würde, um gemeinsam mit ihm ein möglichst breites Bevölkerungsspektrum abzudecken.Spitzenquartett vollständig, Messer gewetztHarris und Walz treten nun am 5. November gegen das republikanische Duo Donald Trump / J.D. Vance an. Beide Seiten haben sich bereits aufeinander eingeschossen. So bezeichnete Harris Ex-Präsident Trump wiederholt als seltsam („weird“) – ein Etikett, das auf ihren nunmehrigen Vize-Kandidaten zurückgehen soll. Trump wiederum nahm die Worte „dumm“, „verrückt“ und „Freak“ in Bezug auf Harris in den Mund.Walz stand lange Zeit bei niemandem ganz oben auf der Liste. Seine Wahl zeigt die Macht der sozialen Medien. Er wurde in den vergangenen Tagen zu einer Online-Sensation dank seiner rustikalen Ausdrucksweise und seiner Strategie, die Republikaner als „seltsam“ zu brandmarken, die seither von allen Demokraten aufgenommen worden ist.Walz gilt als sichere NummerEs ist jedoch nicht klar, ob Walz der 59-Jährigen in den umkämpften Bundesstaaten helfen wird. Jüngste Umfragen deuten darauf hin, dass in Minnesota kein großer Wettbewerb zu erwarten ist. Der Bundesstaat ist seit 1976 bei Präsidentschaftswahlen blau eingefärbt.Die „Seltsam“-Strategie von Walz ging in den USA viral: Walz war bisher nicht dafür bekannt, bei landesweiten Wahlen Wechselwähler für sich zu gewinnen. Während andere potenzielle Harris-Kandidaten – wie Shapiro – hier deutlich besser abschnitten.if(!apaResc)var apaResc=function(a){var e=window.addEventListener?"addEventListener":"attachEvent",t,n;(0,window[e])("attachEvent"==e?"onmessage":"message",function(e){if(e.data[a]) for(var t=document.getElementsByClassName(a),n=0;n!=t.length;n++) t[n].style.height=e.data[a]+"px"},!1)}; apaResc("apa-1071-24");Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass Walz dem Ticket schaden wird. Er hat in Minnesota alle Kammern für die Demokraten gewonnen, die den Bundesstaat seither auf links drehen. Er dient damit als Kontrast zu Trumps Vize-Kandidaten: J.D. Vance konnte unter Republikanern bei den Zwischenwahlen 2022 nicht einmal in seinem Heimatstaat Ohio die meisten Stimmen holen.Es wird erwartet, dass Harris und Walz noch in dieser Woche eine Tour durch mehrere umkämpfte Bundesstaaten beginnen werden, in denen die Wahl voraussichtlich entschieden wird. Zu diesen „Swing States“ zählen Arizona, Nevada, Georgia, Pennsylvania, Michigan und Wisconsin.