Martin Wäg, der Geschäftsführer von Kastner & Öhler, äußert sich in einem Interview mit der „Krone“ zu einem wichtigen Thema: dem Leerstand in der Grazer Innenstadt. Er betont, dass die Politik gefordert ist, endlich wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um diesem Problem entgegenzuwirken. Der Leerstand in den Innenstädten stellt nicht nur eine ästhetische Herausforderung dar, sondern hat auch gravierende wirtschaftliche Auswirkungen auf die betroffenen Regionen.
Im Gespräch kritisiert Wäg die aktuelle Situation, in der immer mehr Geschäfte schließen und leerstehende Ladenlokale die Straßenbilder prägen. Dies führt zu einem Rückgang der Attraktivität der Innenstadt für die Einwohner sowie für Touristen. Die Folgen sind spürbar: weniger Fußgänger, weniger Umsatz für die verbleibenden Geschäfte und ein allgemeines Verdrängungsgefühl im urbanen Raum.
Wäg hebt hervor, dass es an der Zeit sei, dass die Politik aktiv wird und Lösungen findet, um diesen Negativtrend zu stoppen. Er schlägt vor, dass die Stadtverwaltung Anreize für Geschäftsinhaber schaffen sollte, um die Schließungen zu verhindern und neue Unternehmen in die Innenstadt zu locken. Dies könnte durch Förderungen, Mietobergrenzen oder auch durch die Schaffung von besonderen Events geschehen, die Menschen anziehen.
Ein weiterer Punkt, den Wäg anspricht, ist die Rolle der Digitalisierung im Einzelhandel. Immer mehr Verbraucher nutzen Online-Shopping, was den stationären Einzelhandel unter Druck setzt. Um dem entgegenzuwirken, empfiehlt er eine Kombination aus Online- und Offline-Strategien, um den Kunden ein einzigartiges Erlebnis zu bieten, das sie im Internet nicht bekommen können.
Zusätzlich betont Wäg die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren – von der Stadtverwaltung über die Geschäftsinhaber bis hin zu den Bürgern. Es müsse ein gemeinschaftlicher Ansatz gefunden werden, um die Dynamik in der Innenstadt zurückzubringen und ein lebendiges Stadtbild zu schaffen.
Insgesamt verdeutlicht Martin Wäg im Interview, dass der Leerstand eine Herausforderung darstellt, die nicht ignoriert werden kann. Er appelliert an die Verantwortlichen, aktiv zu werden und gemeinsam mit den betroffenen Unternehmern und Bürgern an Lösungen zu arbeiten. Nur so kann die Grazer Innenstadt zu einem Ort werden, der sowohl für Einwohner als auch für Besucher attraktiv bleibt.