Anna Hackl, eine der letzten Zeitzeugen der Geschichte, lebte in Schwertberg, Oberösterreich, und erlebte im Februar 1945 die dramatischen Ereignisse der sogenannten „Mühlviertler Hasenjagd“. Diese Episode der letzten Kriegsjahre wird oft als ein blutiger Übergriff der SS beschrieben, bei dem zahlreiche Menschen abgeschlachtet wurden. Anna Hackl, die zu dieser Zeit noch ein Kind war, erinnert sich lebhaft an die schrecklichen Eindrücke und das große Risiko, das ihre Familie auf sich nahm.
In der Zeit des Nationalsozialismus versteckte Annas Familie geflohene KZ-Häftlinge in ihrem Haus. Diese mutige Entscheidung stellten sie unter enormen Lebensgefahr, da die SS unerbittlich gegen jeden vorging, der während der Flucht half. Anna erzählt, wie sie als Kind versuchte, die Häftlinge zu beschützen. Sie war sich der Bedrohung, der sich ihre Familie aussetzte, zwar nicht vollständig bewusst, doch die Angst und Anspannung waren spürbar. Die Familie handelte aus Mitgefühl und dem festen Glauben an die Menschlichkeit.
Die Mühlviertler Hasenjagd selbst ereignete sich in einem Kontext, in dem viele Häftlinge der Konzentrationslager versuchten, sich in den letzten Kriegsmonaten in die Freiheit zu fliehen. Dieser verzweifelte Versuch wurde von der SS brutal nieder geschlagen, und viele von den Flüchtenden wurden getötet oder zurück ins KZ gebracht. Anna schildert, wie die rauen Wintermonate das Überleben dieser Menschen noch schwieriger machten und wie ihre Familie versuchte, die Häftlinge mit dem Nötigsten zu versorgen.
Der Rückblick von Anna Hackl und anderen Zeitzeugen ist besonders wertvoll, da er ein lebendiges Bild der Gräuel des Zweiten Weltkriegs direkt aus der Sicht derjenigen gibt, die diese Zeit miterlebt haben. Der Filmemacher Andreas Gruber hat die Erlebnisse aus dieser dunkelsten Zeit in einen Film umgesetzt, der kürzlich digitalisiert wurde. Die Premiere des Films soll dem Publikum das Leid und die menschlichen Schicksale während der „Mühlviertler Hasenjagd“ näherbringen.
Der frisch digitalisierte Film wird in Kinos gezeigt und zusätzlich im Fernsehen ausgestrahlt, um die Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Anna Hackls Erinnerungen sind nicht nur eine Mahnung, sondern auch ein Aufruf, die Geschehnisse der Vergangenheit nicht zu ignorieren. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass zukünftige Generationen aus dieser dunklen Geschichte lernen, um sicherzustellen, dass sich ähnliche Gräueltaten niemals wiederholen.
Mit ihren 94 Jahren weiß Anna Hackl, wie wichtig es ist, diese Erlebnisse weiterzugeben. In einer Zeit, in der Zeitzeugen langsam rar werden, ist ihre Stimme von unschätzbarem Wert. Sie erinnert uns daran, dass hinter jeder Zahl und jedem historischen Datum auch menschliche Schicksale stehen, die erzählt werden müssen.