In der aktuellen Teilzeitdebatte äußert sich der prominente Gewerkschafter Wolfgang Katzian zu den Herausforderungen und Möglichkeiten im Arbeitsmarkt. Katzian stellt fest, dass insbesondere Frauen oft den Wunsch haben, ihre Arbeitszeiten zu erhöhen und mehr Stunden zu arbeiten. Diese Sehnsucht nach einer erfüllenderen beruflichen Tätigkeit wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst, die im heutigen Arbeitsumfeld präsent sind.
Katzian argumentiert, dass es an der Zeit sei, die Rahmenbedingungen zu überdenken und an die Bedürfnisse einer vorwiegend weiblichen Belegschaft anzupassen. Ein entscheidender Punkt, den er anführt, ist das Fehlen von adäquaten Angeboten, die es Frauen ermöglichen würden, ihre Arbeitszeit aufzustocken. Er betont, dass viele Frauen, die in Teilzeit arbeiten, dies oft tun, um familiären Verpflichtungen nachzukommen oder auf die Bedürfnisse ihrer Kinder einzugehen. Dennoch besteht der Wunsch, sich auch beruflich weiterzuentwickeln und mehr Stunden zu arbeiten.
Die politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger sind gefordert, mehr flexible Arbeitsmodelle zu schaffen, die den Bedürfnissen der Arbeitnehmerinnen Rechnung tragen. Katzian fordert nicht nur mehr Teilzeitstellen, sondern auch die Möglichkeit, diese besser in Vollzeit umwandeln zu können. Dadurch könnten die Frauen, die gerne mehr arbeiten möchten, auch tatsächlich die Möglichkeit dazu erhalten, ohne dabei ihre familiären Verpflichtungen zu vernachlässigen.
Zudem weist Katzian darauf hin, dass die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen in den Fokus gerückt werden muss. Diese sollten nicht nur für Männer, sondern in erster Linie auch für Frauen attraktiv gestaltet werden. In vielen Branchen bestehen nach wie vor Vorurteile und stereotype Rollenbilder, die verhindern, dass Frauen in gewünschtem Maße in Vollzeitbeschäftigungen eintreten. Eine nachhaltige Veränderung in dieser Hinsicht wäre nicht nur vorteilhaft für die Frauen selbst, sondern würde sich auch positiv auf die gesamte Wirtschaft auswirken.
Ein weiterer Aspekt, den Katzian thematisiert, ist die mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Es bestehe ein klarer Bedarf an mehr familienfreundlichen Arbeitsplätzen, die es Eltern ermöglichen, sowohl für ihre Kinder da zu sein als auch beruflich erfolgreich zu sein. Hierbei spielen Konzepte wie Homeoffice und flexible Arbeitszeiten eine entscheidende Rolle, um den unterschiedlichen Bedürfnissen von Arbeitnehmerinnen gerecht zu werden.
Letztendlich appelliert Katzian an die Arbeitgeber, die Stimme der Arbeitnehmerinnen zu hören und ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen. Nur durch einen offenen Dialog und die Bereitschaft zur Veränderung können Lösungen gefunden werden, die beiden Seiten – den Arbeitgebern und den Arbeitnehmerinnen – zugutekommen. Der Fachkräftemangel in vielen Branchen könnte dadurch ebenfalls entschärft werden, wenn man die Arbeitswelt attraktiver für Frauen gestaltet, die bereit sind, mehr zu arbeiten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Katzian mit seiner Stellungnahme auf einen dringenden Missstand im Arbeitsmarkt hinweist. Der Wunsch vieler Frauen nach mehr Beschäftigung bleibt oft unerfüllt, was nicht nur ihrer persönlichen Entwicklung schadet, sondern auch die Wirtschaft an sich destabilisieren kann. Es liegt nun an der Politik und den Unternehmen, diesen Herausforderungen proaktiv zu begegnen und echte Veränderungen herbeizuführen.