Die neue Präsidentin der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), Martha Schultz, äußert sich besorgt über das ramponierte Image der Kammer in der Öffentlichkeit. Nach dem Gagen-Skandal sieht sie die Reputation der WKO stark beschädigt. In ihren Aussagen betont sie, dass die Kammer häufig als aufgeblähter Bürokratieapparat wahrgenommen wird, der über üppige Einkünfte verfügt, aber wenig Effizienz vorweisen kann. Diese Wahrnehmung sei ihrer Meinung nach nicht nur schädlich für das Ansehen der WKO, sondern könnte auch negative Auswirkungen auf die Unterstützung von Mitgliedern und der allgemeinen Wirtschaftstätigkeit haben.
Schultz verspricht, dass unter ihrer Führung Schritte zur Genesung unternommen werden. Sie spricht zwar von einer Reform und betont, dass keine Revolution notwendig sei, doch signalisiert sie, dass es dringend Änderungen braucht, um das Vertrauen der Mitglieder und der Öffentlichkeit zurückzugewinnen. Die Reform soll darauf abzielen, das Image zu verbessern und die Effizienz der Arbeitsweise der WKO zu steigern. Schultz weiß um die Herausforderungen, die dieser Prozess mit sich bringen wird, allerdings sieht sie auch viele Potenziale in der Kammer.
In ihrer Strategie legt die Präsidentin besonderen Wert auf Transparenz und Kommunikation. Sie möchte die Mitglieder intensiver in Entscheidungsprozesse einbeziehen und sicherstellen, dass deren Anliegen und Bedürfnisse ernst genommen werden. Dies soll helfen, die Kluft zwischen Mitgliedern und der Kammer zu überbrücken und ein neues Vertrauen aufzubauen. Schultz betont, dass sie bereit ist, miteinander zu arbeiten und auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen, um die WKO grundlegend zu modernisieren.
Ein weiterer wichtiger Punkt, den Schultz anspricht, ist die Notwendigkeit einer klaren Strategie, um die Rolle der WKO in der sich wandelnden Wirtschaftslandschaft zu definieren. Es ist ihr wichtig, dass die Kammer als relevanter und aktiver Akteur in der österreichischen Wirtschaft wahrgenommen wird. Indem sie sich mit aktuellen Herausforderungen, wie der Digitalisierung und den Veränderungen im Arbeitsmarkt, auseinandersetzt, will sie dafür sorgen, dass die WKO zukunftsfähig bleibt.
Zusammengefasst sieht Martha Schultz die Wirtschaftskammer Österreich vor der Aufgabe, sich neu zu erfinden. Der Gagen-Skandal hat nicht nur das Image ramponiert, sondern auch ein Bewusstsein für die Notwendigkeit von Reformen geschaffen. Ihre Vision für die WKO ist eine, die durch Effizienz, Transparenz und eine enge Bindung an die Mitglieder geprägt ist. Mit einem klaren Reformansatz möchte sie die Kammer aus der derzeitigen Krise führen und deren Bedeutung in der österreichischen Wirtschaft wiederherstellen.