Beim Bim Gipfeltreffen in St. Pölten, an dem zahlreiche Branchenvertreter teilnahmen, präsentierte die Landeshauptfrau von Niederösterreich, Johanna Mikl-Leitner, ein umfassendes Forderungspaket an den Bund. Das Treffen fand in einem entscheidenden Moment statt, da die Bauwirtschaft vor verschiedenen Herausforderungen steht, die sowohl die Kosten als auch die Komplexität des Bauens betreffen.
Die zentrale Botschaft von Mikl-Leitner lautete, dass Bauen einfacher und günstiger werden müsse. Dies ist besonders wichtig, um den Wohnungsbau zu fördern und die bestehenden Engpässe auf dem Wohnungsmarkt zu beseitigen. Zudem seien viele Bauprojekte durch bürokratische Hürden und hohe Kosten gefährdet, was direkte Konsequenzen auf die Verfügbarkeit von bezahlbarem Wohnraum habe.
Im Rahmen dieses Gipfeltreffens wurde deutlich, dass es eine dringende Notwendigkeit gebe, die bestehenden Gesetze und Vorschriften zu überprüfen und gegebenenfalls zu reformieren. Mikl-Leitner forderte den Bund auf, gemeinsame Standards und vereinfachte Genehmigungsverfahren zu etablieren, um den Bauprozess erheblich zu beschleunigen. Dies könnte nicht nur die Kosten senken, sondern auch die Effizienz in der Bauindustrie steigern.
Ein weiterer wichtiger Punkt in Mikl-Leitners Forderungspaket war die Förderung von umweltfreundlichem und nachhaltigem Bauen. Sie betonte, dass in Zeiten des Klimawandels innovative Lösungen gefordert sind, die sowohl ökologische als auch ökonomische Aspekte berücksichtigen. Die Unterstützung für nachhaltige Bauweisen könne zusätzlich dazu beitragen, die Baukosten zu senken, indem langfristige Einsparungen bei den Energiekosten erzielt werden.
Mikl-Leitner sprach auch die Notwendigkeit an, Fachkräfte für die Baubranche auszubilden und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Der Fachkräftemangel ist ein weiteres Hindernis, das den Fortschritt in der Bauwirtschaft behindert. Ein gut geschultes und motiviertes Arbeitskräftepotenzial sei entscheidend, um die gesteckten Ziele im Bauwesen zu erreichen.
Zusätzlich wurde darüber diskutiert, wie man mehr junge Menschen für Berufe im Bauwesen begeistern könne. Mikl-Leitner hob hervor, dass eine frühzeitige Aufklärung über die Karrieremöglichkeiten in der Bauindustrie notwendig sei, um einer drohenden Fachkräfteengpass entgegenzuwirken.
Das Gipfeltreffen in St. Pölten bot auch die Gelegenheit, Erfahrungen und Best Practices aus anderen Regionen zu teilen, die erfolgreich gleiche Herausforderungen bewältigt haben. Die Teilnehmer waren sich einig, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und der Bauwirtschaft notwendig ist, um die gesteckten Ziele zu erreichen.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass das Bim Gipfeltreffen mit Branchenvertretern in St. Pölten eine wichtige Plattform bot, um drängende Probleme Lösungen zu erarbeiten. Das Forderungspaket von Johanna Mikl-Leitner könnte der erste Schritt in die richtige Richtung sein, um die Bauindustrie zu reformieren und einen positiven Impuls für den Wohnungsmarkt in Österreich zu geben. Nur durch eine gemeinsame Anstrengung wird es möglich sein, den Bau einfacher und günstiger zu gestalten, ohne dabei die Qualität und Nachhaltigkeit aus den Augen zu verlieren.