Das PV-Vorzeigeprojekt in Wien sollte dem Stadtbild und den Bewohnern zahlreiche Vorteile bringen, insbesondere in Hinsicht auf erneuerbare Energien. Nach einem einjährigen Dornröschenschlaf, in dem die Photovoltaikanlage nicht in Betrieb war, wurde sie endlich aktiviert. Die ersten Erwartungen waren hoch, da die Bewohner auf eine bedeutende Verbesserung ihres ökologischen Fußabdrucks und eine Reduktion ihrer Energiekosten hofften.
Die Realität stellte sich jedoch als ernüchternd heraus. Obwohl die Anlage nun in Betrieb war, war der Ertrag der produzierten Energie deutlich geringer als ursprünglich prognostiziert. Die Bewohner hatten auf eine substanziellere Stromproduktion gehofft, die es ihnen ermöglichen würde, die Investitionskosten schnell abzudecken und möglicherweise sogar einen finanziellen Gewinn zu erzielen. Stattdessen mussten sie feststellen, dass die Erträge so gering waren, dass ein Bewohner sogar eine Amortisationszeit von unglaublichen 291 Jahren in Aussicht stellte.
Diese lange Amortisationszeit wirft grundlegende Fragen auf, nicht nur bezüglich der Wirtschaftlichkeit solcher Projekte, sondern auch hinsichtlich der realistischen Einschätzung der Potenziale von Photovoltaikanlagen in städtischen Gebieten. Experten hatten ursprünglich mit besseren Ergebnissen gerechnet, doch die tatsächlichen Daten zeigen, dass die Anlagestrategie überdacht werden muss, damit sich solche Investitionen lohnen. Die Enttäuschung über die mageren Erträge ist bei den Bewohnern spürbar und führt zu einer breit geführten Diskussion über die Zukunft von Solarenergie in Wien.
Die durchschnittlichen Erträge und die damit verbundene unbefriedigende Bilanz werfen auch die Frage auf, ob der Bau solcher Projekte unter den gegebenen städtischen Bedingungen sinnvoll ist. In Anbetracht der hohen Kosten für die Installation und der damit verbundenen Wartezeiten von bis zu einem Jahr vor der Inbetriebnahme ist die Erkenntnis, dass die Erträge nicht den Erwartungen entsprechen, besonders bitter. Dieses Beispiel könnte auch andere Wohnprojekte in Wien oder ähnlichen Städten abschrecken, da die fehlende Wirtschaftlichkeit dazu führen könnte, dass zukünftige Investitionen in nachhaltige Energien gefährdet werden.
Insgesamt zeigt dieses PV-Projekt auf eindringliche Weise, dass ein nachhaltiges und wirtschaftliches Energiekonzept nicht nur von der Technik abhängt, sondern auch von der Planung, dem Standort und der realistischen Erwartungshaltung der Nutzer. Die Stadt Wien und ihre Bewohner stehen nun vor der Herausforderung, aus diesem Misserfolg zu lernen, um die Ansprüche an künftige Projekte besser auf die Realität anzupassen und schließlich die Energiewende tatsächlich voranzubringen.