Der Lebensmittelsektor in Österreich hat bislang nur begrenzte Handelsbeziehungen zu den Mercosur-Staaten, welche Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay umfassen. Diese Länder gelten als bedeutende Produzenten von Agrarprodukten, doch Österreichs Importe aus diesen südamerikanischen Nationen sind bisher minimal. Im Zeitraum von Januar bis September 2025 machten die agrarischen Einfuhren aus den Mercosur-Staaten lediglich 0,8 Prozent aller Importe aus Österreich aus. Dies verdeutlicht, dass der österreichische Markt bislang wenig Interesse an Produkten aus dieser Region zeigt.
Besonders auffällig ist, dass die Importzahlen für Soja in diesem Kontext nicht berücksichtigt sind. Soja stellt einen wichtigen Bestandteil des Handels mit den Mercosur-Staaten dar, insbesondere für Länder wie Brasilien und Argentinien, die als große Soja-Produzenten bekannt sind. Wenn man die Soja-Importe hinzuziehen würde, wären die tatsächlichen Handelsvolumen zwischen Österreich und den Mercosur-Staaten deutlich höher. Dies wirft Fragen über die Handelsstrategien und den zukünftigen Handel zwischen diesen Regionen auf.
Ein wichtiger Aspekt, der sich aus der niedrigen Importquote ergibt, ist der bisher geringe Bekanntheitsgrad und die Akzeptanz von Produkten aus den Mercosur-Staaten im österreichischen Lebensmittelsektor. Möglicherweise liegt dies an bestehenden Handelsbarrieren und an einer relativ schlechten Vermarktung dieser Produkte im Vergleich zu europäischen Erzeugnissen. Ein weiteres Hindernis könnte die Sorge um Umwelt- und Nachhaltigkeitsstandards sein, die in den Mercosur-Staaten nicht immer den gleichen Maßstäben entsprechen wie in Europa.
Es bleibt abzuwarten, ob sich der Handel mit den Mercosur-Staaten in der Zukunft intensivieren wird. Die EU hat in den letzten Jahren vermehrt Handelsabkommen mit diesen Ländern angestrebt, was potenziell zu einem Anstieg der Agrarimporte führen könnte. Eine solche Entwicklung könnte den österreichischen Markt in den kommenden Jahren verändern und neues Potenzial für die Diversifizierung des Lebensmittelsektors bieten.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der österreichische Lebensmittelsektor bisher nur begrenzten Handel mit den Mercosur-Staaten betreibt und die Importzahlen relativ gering sind. Die Einbeziehung von Soja würde ein umfassenderes Bild des Handels vermitteln. Es ist dringend erforderlich, die Vermarktung und Bekanntheit von Produkten aus diesen Ländern zu verbessern, um den Handelsaustausch zu fördern. Die Zukunft des Handels wird stark von den potenziellen Handelsabkommen und den Entwicklungen auf internationaler Ebene abhängen.