Am heutigen Samstagnachmittag, dem 7. Oktober 2023, wird die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, das Handelsabkommen mit den Mercosur-Ländern unterzeichnen. Dieses Abkommen ist nicht das erste seiner Art, das die Europäische Union (EU) abschließt. In den letzten Jahren hat die EU mehrere bedeutende Handelsabkommen mit verschiedenen Ländern und Regionen geschlossen.
Eines der bekanntesten Abkommen ist das Freihandelsabkommen mit Kanada, bekannt als CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement). CETA wurde im Jahr 2016 provisorisch in Kraft gesetzt und zielt darauf ab, den Handel zwischen Kanada und der EU zu erleichtern. Es beinhaltet Maßnahmen zur Verringerung von Zöllen und technischen Handelshemmnissen sowie Regelungen zum Schutz von Investitionen und geistigem Eigentum. Die Verhandlungen über CETA haben mehrere Jahre gedauert und zeugen von den komplexen und oft umstrittenen Prozessen, die mit dem Abschluss eines Handelsabkommens verbunden sind.
Ein weiteres wichtiges Handelsabkommen wurde mit Japan unterzeichnet. Dieses Abkommen, das im Jahr 2019 in Kraft trat, ist eines der größten Handelsabkommen der Welt. Es bietet der EU und Japan den Zugang zu umfangreichen Märkten, reduziert Zölle und stärkt die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Regionen. Besonders hervorzuheben ist, dass das Abkommen auch Elemente des Umweltschutzes und der sozialen Standards enthält, was zeigt, dass die EU versucht, in ihren Handelsbeziehungen auch nicht wirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen.
Im Fall des Mercosur-Abkommens, das nun unterzeichnet wird, handelt es sich um einen Deal mit vier südamerikanischen Ländern: Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Ziel des Abkommens ist es, Handelshemmnisse abzubauen und den Handel zwischen der EU und diesen Ländern zu fördern. Kritiker des Abkommens führen jedoch Bedenken hinsichtlich der Umwelt- und Sozialstandards an, die in den beteiligten Mercosur-Ländern gelten. Sie befürchten, dass das Abkommen zu einer Zunahme der Abholzung im Amazonasgebiet führen könnte, um landwirtschaftliche Flächen zu schaffen.
Die Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens könnte auch politische Auswirkungen haben, da sie eine Stärkung der Beziehungen zwischen Europe und Südamerika darstellt. Die EU sieht in dieser Partnerschaft Chancen zur Förderung des Handels, der Investitionen und der politischen Zusammenarbeit. Dennoch steht die EU auch unter Druck von verschiedenen Seiten, insbesondere von Umweltschützern und Menschenrechtsorganisationen, die auf die Risiken und potenziellen negativen Auswirkungen eines solchen Abkommens hinweisen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Europäische Union in den letzten Jahren aktiv Handelsabkommen fördert, um ihre wirtschaftlichen Beziehungen zu stärken und zu vertiefen. Der heutige Schritt zur Unterzeichnung des Handelsabkommens mit den Mercosur-Ländern ist ein weiterer Schritt in diese Richtung, birgt jedoch auch Herausforderungen und Kontroversen, die sorgfältig abgewogen werden müssen.