Peter McDonald, der ab Januar 2023 erneut den Vorsitz der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) übernommen hat, äußert sich kritisch zur aktuellen Debatte über Gastpatienten. Er bezeichnet diese Diskussion als „unwürdig“ und betont, dass sie die dringende Notwendigkeit eines grundlegenden Wandels im österreichischen Gesundheitssystem aufzeigt.
In einem Interview mit der „Krone“ teilt McDonald seine Sichtweise mit, dass es ohne Schließungen von Krankenhäusern nicht möglich sei, die Herausforderungen im Gesundheitssystem effektiv anzugehen. Diese Aussage unterstreicht die sich zuspitzenden Probleme, die das System belasten, und das Fehlen einer nachhaltigen Strategie zur Optimierung der Ressourcen.
McDonald hebt hervor, dass die Bevölkerung eine klare und transparente Kommunikation über die notwendigen Schritte benötigt, um die Qualität und Effizienz der Gesundheitsversorgung aufrechtzuerhalten. Es sei unerlässlich, dass die Verantwortlichen die Realität anerkennen und mutige Entscheidungen treffen, um die Versorgung auf lange Sicht sicherzustellen.
Die Debatte über Gastpatienten spiegelt wider, wie gespalten die Ansichten innerhalb der Gesellschaft über die Nutzung von Gesundheitsressourcen sind. Viele Menschen sind besorgt über die Qualität der Versorgung, wenn zu viele Patienten in einem bestimmten Gebiet behandelt werden müssen. McDonald fordert daher eine Reform, die sowohl ökonomische als auch qualitative Aspekte berücksichtigt.
Er betont, dass die Schließung von Spitälern zwar eine unpopuläre Maßnahme sei, jedoch keine andere Wahl bleibe, um die Effizienz des Gesundheitssystems zu steigern. Dies könnte auch dazu führen, dass die verbleibenden Einrichtungen besser ausgestattet und personell verstärkt werden, um eine umfassendere und qualitativ hochwertigere Patientenversorgung sicherzustellen.
Zusammenfassend appelliert McDonald an die politischen Entscheidungsträger, die Notwendigkeit von Reformen nicht weiter zu ignorieren. Das österreichische Gesundheitssystem steht vor ernsthaften Herausforderungen, die durch eine erhöhte Nachfrage und begrenzte Ressourcen noch verstärkt werden. Die Zeit drängt, und es bedarf eines klaren Plans, um die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Österreich zu sichern.