Im Rahmen der traditionellen Interview-Serie des ORF in der „ZiB 2“ mit den Parteivorsitzenden zum Jahreswechsel war in diesem Jahr eine prominente Figur nicht vertreten: Herbert Kickl, der Vorsitzende der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ). Die Abwesenheit des FPÖ-Chefs fiel besonders ins Auge, da die Interview-Runde normalerweise eine Plattform für alle parteipolitischen Führer in Österreich darstellt und damit auch die öffentliche Wahrnehmung der jeweiligen Parteien beeinflussen kann.
Der ORF-Moderator Armin Wolf, bekannt für seine direkte und kritische Interviewführung, nahm die Gelegenheit wahr, um die Situation ausführlich zu kommentieren. Er stellte die Tatsache in den Vordergrund, dass Herbert Kickl bereits mehrfach Einladungen für ein Interview in der „ZiB 2“ abgelehnt hat. Diese wiederholte Ablehnung wirft Fragen auf über die Kommunikationsstrategie der FPÖ und die Bereitschaft ihrer Führung, sich der öffentlichen Debatte zu stellen.
Wolf machte dabei deutlich, dass das Fernbleiben von solchen wichtigen Gesprächsrunden für eine politische Partei sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringen kann. Einerseits kann es als Zeichen der Stärke interpretiert werden, wenn ein Politiker sich entscheidet, nicht auf jede Einladung einzugehen. Andererseits könnte es auch den Eindruck vermitteln, dass der Politiker Angst vor einer kritischen Auseinandersetzung mit seinen Positionen hat oder die öffentliche Diskussion scheut.
Die Entscheidung von Herbert Kickl, die Einladung zur „ZiB 2“ nicht anzunehmen, könnte auch sensible Themen aufwerfen, die möglicherweise nicht in der besten Licht präsentiert werden wollen. Die FPÖ hat in der Vergangenheit immer wieder umstrittene Positionen vertreten, die in der Öffentlichkeit oft kritisch hinterfragt werden. In diesem Sinne könnte Kickls Ausbleiben als Strategie zur Vermeidung von unangenehmen Fragen oder kritischen Anmerkungen gesehen werden.
Der ORF hat mit seiner „ZiB 2“-Reihe über die Jahre hinweg einen relevanten Raum für politischen Diskurs geschaffen, bei dem die Bürger Einblicke in die Ansichten und Pläne der Parteioberhäupter erhalten können. Durch die Nichtteilnahme von Kickl wird dieser Raum jedoch teilweise eingeschränkt, da die Wähler keine vollständigen Informationen über die Positionen der FPÖ und deren Abweichungen von anderen Parteien erhalten. Dies könnte langfristig die Wählerschaft und die öffentliche Meinung zur FPÖ beeinflussen.
Insgesamt wirft die Situation rund um Herbert Kickl und die „ZiB 2“ eine Vielzahl von Fragen auf, die sowohl die Dynamik in der österreichischen Politik als auch die Rolle der Medien im politischen Diskurs betreffen. Armin Wolf hat durch seine Bemerkungen die Diskussion über Transparenz und Verantwortlichkeit in der politischen Kommunikation erneut angestoßen, was in der heutigen Zeit, wo soziale Medien und alternative Informationsquellen immer bedeutender werden, besonders relevant ist.