Karim El-Gawhary, der ORF-Nahost-Korrespondent, blickt auf mehr als zwei Jahrzehnte seiner journalistischen Laufbahn zurück, die Ende Juni mit dem Auslaufen seines Vertrages nach 22 Jahren endet. In einem aufschlussreichen Interview spricht er über die Herausforderungen und Erfahrungen, die er während seiner Zeit in dieser Rolle gemacht hat, sowie über die Gründe für seinen Abschied und die bevorstehenden Veränderungen.
El-Gawhary, der 62 Jahre alt ist, hat nicht nur die Geschehnisse im Nahen Osten hautnah miterlebt, sondern auch häufig als Vermittler zwischen unterschiedlichen Kulturen und Perspektiven agiert. Seine Position war oft von Spannungen geprägt, da er in einem Bereich arbeitete, der aufgrund seiner politischen und gesellschaftlichen Komplexität als Minenfeld gilt. Während des Interviews reflektiert er über die schwierigen Momente und die bereichernden Erfahrungen, die ihn in dieser Zeit geprägt haben.
Ein zentrales Thema des Gesprächs sind die Kampagnen, die gegen ihn sowie für ihn geführt wurden. El-Gawhary spricht offen über die Kritiken, die er aufgrund seiner Berichterstattung erfahren hat, sowie über die Unterstützung, die ihm zuteil wurde. Er hebt hervor, dass die Medienlandschaft und die Wahrnehmung von Journalisten im Nahen Osten oft von Vorurteilen und Missverständnissen geprägt sind, was seine Arbeit zusätzlich erschwert hat.
Der Journalist betont, dass sein Platz zwischen zwei Welten – zwischen der westlichen Sichtweise und der Realität im Nahen Osten – ihn oft in eine schwierige Lage gebracht hat. Dennoch sieht er seine Rolle auch als Chance, Brücken zu bauen und Missverständnisse auszuräumen. Diese duale Perspektive hat ihm ermöglicht, tiefere Einblicke in die Geschehnisse der Region zu gewinnen, was seine Berichterstattung authentisch und umfassend machte.
Auf die Frage nach seinem Abschied äußert El-Gawhary, dass er sowohl traurig als auch erleichtert sei. Der Abschied von einer solch prägnanten Rolle in einem dynamischen Umfeld ist nie einfach, aber er ist auch gespannt auf die neuen Möglichkeiten, die vor ihm liegen. Der Journalist teilt mit, dass er plant, weiterhin in der Medienlandschaft aktiv zu bleiben, jedoch in einem anderen Kontext und möglicherweise mit einem neuen Fokus.
Insgesamt ist Karim El-Gawhary eine Persönlichkeit, die für ihre engagierte und mutige Berichterstattung bekannt ist. Seine Erfahrungen und Begegnungen im Nahen Osten werden ein prägender Bestandteil seines Lebens bleiben. Mit der Reflexion über die vergangenen 22 Jahre, die er als ORF-Nahost-Korrespondent verbracht hat, gelingt ihm ein ehrlicher Einblick in die Herausforderungen und Freuden, die das journalistische Arbeiten in einem so konfliktbeladenen Gebiet mit sich bringt.