Mit dem Abschluss der Koralmbahn endet ein Jahrhundertprojekt in Kärnten, und der scheidende Landeshauptmann Peter Kaiser äußert sich in einem Interview mit der „Krone“ zu den zukünftigen Perspektiven der Region. Seiner Meinung nach ist es an der Zeit, dass Kärnten von Gigantomanie abkehrt und sich auf nachhaltige und sinnvolle Investitionen konzentriert. Kaiser betont, dass die Region nicht mehr in überdimensionale Projekte investieren sollte, sondern vielmehr in die Lebensqualität ihrer Bürger und in die Entwicklung bestehender Strukturen.
Ein zentraler Punkt in Kaisers Vorschlägen sind die Investitionen in die Infrastruktur, die für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung von Bedeutung sind. Dazu gehört auch die Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen, die für den Arbeitsmarkt in Kärnten unerlässlich sind. Kaiser sieht auch die Notwendigkeit, bestehende Betriebe zu stärken und innovative Ideen zu fördern, um die Wettbewerbsfähigkeit der Region langfristig zu sichern. Die Koralmbahn, die Kärnten mit der Steiermark verbindet, wird als eine wichtige Verkehrsverbindung, aber nicht als das einzig entscheidende Projekt für die Zukunft angesehen.
Ein weiterer Aspekt, den Kaiser anspricht, ist die Situation am Flughafen Klagenfurt. Trotz Herausforderungen in der Vergangenheit sieht er das Potenzial des Flughafens als Dreh- und Angelpunkt für Reisen und Wirtschaft. Kaiser betont die Notwendigkeit, den Flughafen nicht nur als Transporthub, sondern auch als Standort für Unternehmen zu entwickeln, die in der Region ansässig werden möchten. Dazu gehören Maßnahmen zur Verbesserung der Anbindung und zur Steigerung der Attraktivität für Airlines.
Im Hinblick auf die Verwaltung und das studentische Wohnen erklärt Kaiser, dass eine moderne und bürgernahe Verwaltung essenziell für das Vertrauen der Bürger in die Politik ist. Separation in verschiedene Behörden soll reduziert werden, um einen effizienteren Ablauf zu gewährleisten. Bei den Hochschulen in Kärnten sieht er die Entwicklung eines studentischen Wohnraums als prioritär an, denn die Ansiedlung von Studierenden wird nicht nur die Bildungslandschaft bereichern, sondern auch die lokale Wirtschaft ankurbeln.
Kaiser hebt die Bedeutung von Bildung und Forschung als Säulen für die zukünftige Entwicklung Kärntens hervor. Er fordert eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und der Wirtschaft, um praxisnahe Bildungsangebote und Innovationsprojekte zu schaffen. Dies könnte nicht nur die Abwanderung junger Menschen verhindern, sondern auch neue Talente anziehen, die für die Region wichtig sind.
Zusammenfassend äußert sich Peter Kaiser optimistisch über die Zukunft Kärntens, auch wenn er die Herausforderungen anspricht, die noch bestehen. Ein durchdachter Plan für die nächsten Jahre, der auf nachhaltige Entwicklung und innovative Lösungen setzt, wird als Schlüssel gesehen, um die Potenziale Kärntens voll auszuschöpfen. Investitionen in Bürgernähe, Infrastruktur, den Flughafen, sowie Bildung und Forschung sind dabei zentrale Aspekte, die Kärnten in eine positive Zukunft führen sollen.