Der Gender-Pay-Gap bleibt auch im Jahr 2023 ein drängendes Problem in der Gesellschaft. Frauen verdienen im Durchschnitt rund 11,5 Prozent weniger als Männer. Dies bedeutet praktisch, dass Frauen in der gleichen Zeitspanne, in der Männer Vollzeit arbeiten, effektiv 42 Tage „gratis“ arbeiten. Diese Diskrepanz zeigt sich nicht nur in den Gehältern, sondern hat auch erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Unabhängigkeit und die sozialen Bedingungen für Frauen.
Das Netzwerk „Business and Professional Women Austria“ (BPW) hat zum Equal Pay Day am 11. Februar 2023 eine Studie veröffentlicht, die besagt, dass bei dieser Entwicklung Frauen erst im Jahr 2043, also in 20 Jahren, gleich viel verdienen könnten wie ihre männlichen Kollegen. Diese alarmierenden Zahlen verdeutlichen, wie dringend Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Gleichstellung der Geschlechter im Arbeitsmarkt voranzutreiben.
Der Gender-Pay-Gap ist ein komplexes Phänomen, das durch verschiedene Faktoren beeinflusst wird. Eine zentrale Ursache ist die ungleiche Verteilung von Männern und Frauen in verschiedenen Branchen sowie unterschiedlichen Positionen innerhalb der Unternehmen. Oft sind Berufe, in denen mehr Frauen arbeiten, schlechter bezahlt als solche mit einem höheren Männeranteil. Diese Strukturveränderungen müssen angegangen werden, um den Lohnunterschied zu verringern.
Darüber hinaus spielt auch die Teilzeitbeschäftigung eine entscheidende Rolle. Viele Frauen entscheiden sich aus familiären Gründen für Teilzeitjobs, was ihre Verdienstmöglichkeiten weiter einschränkt. Die nach wie vor vorherrschenden gesellschaftlichen Normen und Erwartungshaltungen führen dazu, dass Frauen oft die Hauptverantwortung für die Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen übernehmen. Dies beeinflusst ihre Karrierechancen erheblich und perpetuiert den Gender-Pay-Gap.
Um diese Gleichstellung zu erreichen, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich. Für Unternehmen bedeutet das beispielsweise, transparente Gehaltsstrukturen zu schaffen und die Bezahlung nach Leistung und nicht nach Geschlecht zu gestalten. Auch die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss verbessert werden, um Frauen den Berufseinstieg und die Karrieremöglichkeiten zu erleichtern.
Darüber hinaus ist es wichtig, dass Frauen in Führungspositionen gefördert werden. Diversität in der Unternehmensführung hat nicht nur positive Auswirkungen auf das Betriebsklima, sondern kann auch zur Schaffung gerechterer Bezahlungssysteme führen. Die Gleichstellung der Geschlechter am Arbeitsplatz ist nicht nur eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, sondern auch ein wirtschaftlicher Vorteil für Unternehmen und die Gesellschaft insgesamt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Gender-Pay-Gap ein weiterhin bestehendes Problem ist, das dringend angegangen werden muss. Die Studie des BPW verdeutlicht, dass ohne entschlossenes Handeln Frauen im Jahr 2043 noch immer für die gleiche Arbeit weniger verdienen würden als Männer. Es ist an der Zeit, dass wir als Gesellschaft aktiv Maßnahmen ergreifen, um diesen Missstand zu beheben und die soziale sowie wirtschaftliche Gleichstellung der Geschlechter zu fördern.