Seit der Einführung des Pensionssplittings im Jahr 2005 in Österreich haben viele Paare die Möglichkeit, ihre Pensionsansprüche gerechter zu verteilen. Trotz dieser Option wird das Pensionssplitting jedoch nur selten in Anspruch genommen. Ein Beispiel dafür ist die Steiermark, wo im Verhältnis zu 10.000 Geburten in der letzten Zeit lediglich 185 Anträge auf Pensionssplitting gestellt wurden. Dies wirft Fragen nach der Funktionsweise und den Vorteilen des Pensionssplittings auf.
Das Pensionssplitting ermöglicht es Eltern, die während der Erziehung ihrer Kinder aus dem Berufsleben aussteigen oder ihre Arbeitszeit reduzieren, ihre Pensionsansprüche auf beide Partner zu verteilen. Ziel ist es, die Rentenansprüche desjenigen Partners zu erhöhen, der aufgrund von Kindererziehung geringere oder keine eigenen Pensionsansprüche erworben hat. Dies soll insbesondere die finanzielle Benachteiligung von Frauen im Alter verringern, die häufig als Hauptverantwortliche für die Kinderbetreuung in den meisten Haushalten fungieren.
Der Prozess des Pensionssplittings ist relativ einfach. Beide Elternteile müssen zustimmen und einen Antrag bei der Pensionsversicherung stellen. Der Antrag muss innerhalb von zwei Jahren nach der Geburt des Kindes eingereicht werden. Der Zeitraum, für den das Pensionssplitting beantragt wird, umfasst die ersten vier Jahre nach der Geburt des Kindes. Während dieser Zeit können die Eltern die Erziehungszeiten in die Pensionsberechnungen einfließen lassen.
Nach der Antragstellung wird zunächst geprüft, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind. Sind diese gegeben, so wird die Erziehungszeit geteilt, was bedeutet, dass die Pensionsansprüche anteilig auf beide Partner verteilt werden. Diese Regelung kommt sowohl den Müttern als auch den Vätern zugute und soll für eine gerechtere Altersvorsorge sorgen.
Trotz der existierenden Vorteile wird das Pensionssplitting nur unzureichend genutzt. In der Steiermark zeigt die geringe Anzahl an Anträgen im Vergleich zu den Geburtenzahlen, dass viele Eltern nicht ausreichend über diese Regelung informiert sind oder sie als kompliziert empfinden. Dies könnte auf mangelnde Aufklärung oder fehlende Motivation zurückzuführen sein. Es besteht also ein erheblicher Informationsbedarf, um den betroffenen Eltern die Vorteile und den Prozess des Pensionssplittings näherzubringen.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass das Pensionssplitting in Österreich eine sinnvolle Maßnahme ist, um die Altersvorsorge für Eltern gerechter zu gestalten. Es stellt sicher, dass beide Partner, unabhängig von ihrer beruflichen Situation während der Kindererziehung, angemessene Rentenansprüche aufbauen können. Um diese Regelung jedoch erfolgreich zu etablieren, ist es wichtig, dass die Betroffenen besser informiert werden und die Vorteile klar kommuniziert werden. Nur so kann das Pensionssplitting in Zukunft eine größere Akzeptanz finden und den Eltern in Österreich zu einem gerechteren Rentensystem verhelfen.