Harald Gottsche hat im Januar die Leitung des BMW-Werks in Steyr, Oberösterreich, übernommen. In einem Antrittsinterview mit der „Krone“ äußert er sich zu verschiedenen Herausforderungen und Chancen, mit denen das Werke konfrontiert ist. Eines der Hauptthemen, die im Gespräch angesprochen werden, ist der harte Preiskampf im internationalen Automobilmarkt, insbesondere in China, wo das Konkurrenzumfeld sehr intensiv ist. Die fortschreitende Globalisierung und die zunehmende Anzahl an Elektrofahrzeugen erhöhen den Wettbewerbsdruck, wodurch Automobilhersteller gezwungen sind, innovative Lösungen zu finden.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, den Gottsche anspricht, sind die Investitionen in Wasserstoff-Antriebe. Trotz der Tatsache, dass derzeit in Österreich keine Wasserstofftankstellen verfügbar sind, hält er die Technologie für zukunftsträchtig. Dies zeigt das Engagement von BMW, in alternative Antriebstechnologien zu investieren und den Übergang zu nachhaltiger Mobilität aktiv mitzugestalten.
Gottsche betont, dass die Entwicklung und Einführung von Wasserstoff-Fahrzeugen zwar herausfordernd ist, jedoch auch großes Potenzial für die Zukunft bietet. Die Herausforderungen, die der Mangel an Infrastruktur mit sich bringt, sieht er als Teil des Übergangsprozesses hin zu einer nachhaltigeren Mobilität. BMW sieht sich in einer Position, diesen Wandel mitzugestalten und die Technologie weiterzuentwickeln, auch wenn dies in der gegenwärtigen Situation bedeutet, dass man sich möglicherweise in einem Experimentierfeld befindet.
Des Weiteren spricht Gottsche über die Produktionsstrategien des Steyr-Werks. Als einer der wichtigsten Standorte für BMW in Europa hat Steyr eine bedeutende Rolle in der Herstellung von Motoren und Komponenten inne. Gottsche plant, die Produktionskapazitäten zu optimieren und gleichzeitig die Effizienz zu steigern. Dies umfasst auch Überlegungen zu Modernisierungen und zur Implementierung neuer Technologien, um die Produktionsabläufe zu verbessern und die Qualität der Produkte zu erhöhen.
Ein zentrales Anliegen für Gottsche ist die Mitarbeiterbindung sowie die Gewinnung neuer Talente. In einem sich ständig wandelnden Markt ist es entscheidend, qualifizierte Fachkräfte zu finden und zu halten. Er betont die Bedeutung von Weiterbildung und Innovation, um die Belegschaft auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Das Werk soll nicht nur ein Ort der Produktion, sondern auch ein Zentrum für Innovationen und Entwicklungen im Automobilbereich werden.
Abschließend stellt Gottsche fest, dass trotz der Schwierigkeiten, die die Branche momentan erlebt, auch große Chancen bestehen. Der Wandel hin zu elektrisch betriebenen Fahrzeugen und alternativen Antriebssystemen zeigt den klaren Trend der Industrie. Das Unternehmen BMW, und speziell das Werk in Steyr, ist gut positioniert, um die Weichen für die Zukunft zu stellen und aktiv an der Mobilität von morgen zu arbeiten.