Der Online-Handel erlebt einen regelrechten Boom, doch die damit verbundene Steuerkontrolle bleibt stark hinterher, was der Rechnungshof in einem kürzlich veröffentlichten Bericht kritisiert. Diese Diskrepanz zwischen dem rasch wachsenden E-Commerce-Sektor und der langsamen Reaktion der Behörden hat weitreichende Folgen, insbesondere im Hinblick auf die steuerliche Erfassung und Überprüfung von ausländischen Händlern, die ihre Produkte in Österreich verkaufen.
Im Jahr 2023 hat Österreich rund 1,26 Milliarden Euro an Umsatzsteuer von ausländischen Händlern eingenommen. Dieses hohe Aufkommen zeigt, wie bedeutend der Online-Handel für die österreichische Wirtschaft ist. Allerdings gibt es alarmierende Hinweise darauf, dass die Umsätze dieser Händler kaum überprüft werden. Laut dem Bericht des Rechnungshofs gab es bis Januar 2025 lediglich 20 abgeschlossene Außenprüfungen bei insgesamt 148.000 Firmen, was die Effizienz der Kontrolle in diesem Bereich stark in Frage stellt.
Die geringen Prüfungszahlen werden als besorgniserregend angesehen, insbesondere wenn man bedenkt, dass der Online-Handel kontinuierlich wächst und viele neue ausländische Anbieter auf den Markt drängen. Diese Situation könnte nicht nur zu einem erheblichen Einnahmeverlust für den Staat führen, sondern auch zu einer unfairen Konkurrenzsituation für inländische Unternehmen, die sich an alle steuerlichen Vorschriften halten müssen. Es besteht die Gefahr, dass ausländische Händler, die sich möglicherweise nicht an die gleichen steuerlichen Standards halten, einen Wettbewerbsvorteil erhalten.
Der Rechnungshof fordert daher umfassende Reformen und Maßnahmen, um die Steuerkontrolle im Online-Handel zu verbessern. Dazu gehört die Notwendigkeit, die Ressourcen bei den Steuerbehörden aufzustocken, um eine effektivere und umfassendere Überprüfung der ausländischen Händler zu gewährleisten. Außerdem wird angeregt, digitale Lösungen und Technologien verstärkt einzusetzen, um die Nachverfolgbarkeit von Online-Umsätzen zu erhöhen und automatisierte Prüfungsverfahren zu entwickeln, die zeitnah und effizient durchgeführt werden können.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Bericht des Rechnungshofs ein dringendes Handlungsbedürfnis aufzeigt. Um den Herausforderungen des booming Online-Handels gerecht zu werden und sicherzustellen, dass alle Händler fair besteuert werden, müssen die österreichischen Behörden ihre Strategien zur Umsatzsteuerprüfung überdenken und anpassen. Ohne solche Maßnahmen könnte Österreich langfristig nicht nur erhebliche Steuereinnahmen verlieren, sondern auch die Fairness im Wettbewerbsumfeld gefährden.