Seit Ende Jänner 2023 fließt kein russisches Öl mehr durch die Druschba-Pipeline, die für Ungarn und die Slowakei von zentraler Bedeutung ist. Dies hat zu einer erheblichen Veränderung in der Energieversorgung dieser beiden Länder geführt, die stark auf russische Ölimporte angewiesen waren. Die Schließung der Pipeline stellt nicht nur eine wirtschaftliche Herausforderung dar, sondern wirft auch geopolitische Fragen auf, insbesondere im Kontext der angespannten Beziehungen zwischen Ungarn und der Ukraine.
Angesichts dieser Situation sehen sich Ungarn und die Slowakei gezwungen, alternative Energiequellen zu suchen. Eine potenzielle Lösung, die derzeit diskutiert wird, ist die Nutzung eines alternativen Transportroutes über Kroatien. Diese Route könnte über den Hafen von Omisalj an der kroatischen Adria führen, was den beiden Ländern ermöglichen würde, ihre Abhängigkeit von russischem Öl zu verringern und gleichzeitig eine stabilere und diversifizierte Energieversorgung zu gewährleisten.
Die Gespräche über die neue Route sind jedoch nicht ohne Schwierigkeiten. Die politischen Spannungen zwischen Ungarn und der Ukraine, die im Zuge des Konflikts mit Russland zugenommen haben, beeinflussen die Verhandlungen. Ungarn steht in der Kritik für seine Haltung gegenüber dem Ukraine-Konflikt und seiner Unterstützung für die politische Unabhängigkeit der Ukraine. Diese Spannungen könnten sich negativ auf die Zusammenarbeit in Energiefragen auswirken und die Bemühungen um eine alternative Erdölversorgung beeinträchtigen.
Die Druschba-Pipeline war lange Zeit ein Symbol für die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Russland und seinen Nachbarn. Mit ihrer Schließung stellt sich die Frage, wie die betroffenen Länder ihre Energieversorgung in Zukunft sichern können. Kroatien könnte eine Schlüsselrolle in diesem Liefernetzwerk spielen, doch ist bislang unklar, wie zeitnah und effizient eine Inbetriebnahme der neuen Route erfolgen kann.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schließung der Druschba-Pipeline die Energiepolitik in Mittel- und Osteuropa vor massive Herausforderungen stellt. Ungarn und die Slowakei sind gezwungen, ihre Pläne für die Energieversorgung neu zu überdenken und innovative Lösungen zu finden. Die Route über Kroatien könnte eine vielversprechende Option darstellen, aber die geopolitischen Spannungen in der Region müssen in den Verhandlungen berücksichtigt werden, um einen fließenden und stabilen Öltransfer zu gewährleisten.