Im aktuellen Interview mit Bernd Hinteregger, dem Präsidenten des sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands (SWV), wird die drängende Notwendigkeit für Reformen in der österreichischen Wirtschaft thematisiert. Hinteregger äußert sich besorgt über die anhaltenden Herausforderungen, die durch steigende Kosten im Tourismussektor entstehen und hebt hervor, dass es an der Zeit sei, auf die Fragen der Wettbewerbsfähigkeit Österreichs klare Antworten zu geben.
Hinteregger betont, dass die Unternehmen in Österreich zunehmend unter Druck stehen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich verschlechtert und die Inflation sowie gestiegene Betriebskosten belasten die Betriebe erheblich. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Stabilität des Landes. Für eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung ist entscheidend, dass die Politik proaktive Schritte unternimmt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Ein zentrales Anliegen von Hinteregger ist die Notwendigkeit spürbarer Veränderungen in der politischen und wirtschaftlichen Landschaft. Er kritisiert die bisherigen Maßnahmen, die er als „Klein-Klein“ bezeichnet, und fordert stattdessen umfassende Reformen. Nur durch mutige und nachhaltige Entscheidungen könne Österreich wieder auf einen Wachstumskurs gelenkt werden, der sowohl den Unternehmen als auch den Arbeitnehmern zugutekommt.
Besonders im Tourismussektor sieht Hinteregger Handlungsbedarf. Der Tourismus ist eine der wichtigsten Säulen der österreichischen Wirtschaft, und die steigenden Kosten stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Wettbewerbsfähigkeit dar. Es müsse eine Strategie entwickelt werden, die nicht nur auf kurzfristige Lösungen abzielt, sondern nachhaltige Perspektiven bietet, um die Attraktivität Österreichs als Reiseziel zu sichern.
Darüber hinaus adressiert Hinteregger auch die Rolle der Digitalisierung und den Einfluss neuer Technologien auf die Wirtschaft. Er argumentiert, dass Österreich in diesem Bereich hinter anderen Ländern zurückbleibt. Für eine zukunftsfähige Wirtschaft müsse jetzt in digitale Infrastruktur und Innovationen investiert werden. Das Gelingen dieser Transformation sei entscheidend, um mittelfristig im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.
Abschließend appelliert Hinteregger an die Verantwortung der Politik, den Dialog mit den Unternehmern zu suchen und gemeinsam Lösungen zu finden, die den Anforderungen der modernen Wirtschaft gerecht werden. Nur durch ein konsequentes Handeln und einen umfassenden Reformprozess kann Österreich langfristig seine Wettbewerbsfähigkeit sichern und die Herausforderungen meistern, die vor der Wirtschaft stehen.