Die Arbeiterkammer (AK), unter der Leitung von Präsidentin Renate Anderl, hat sich entschieden gegen den Vorwurf der „Lifestyle-Teilzeit“ ausgesprochen. In einer öffentlichen Stellungnahme am Freitag wurde deutlich gemacht, dass viele Menschen, die in Teilzeit arbeiten, keineswegs arbeitsscheu oder faul sind. Vielmehr hätten zahlreiche Beschäftigte laut den aktuellen Auswertungen der AK einfach keine andere Wahl. Diese Situation wird oft missverstanden und führt zu unangebrachten Annahmen über die Beweggründe der Teilzeitarbeit, so Anderl weiter.
Anderl wies darauf hin, dass die Diskussionen über Teilzeitarbeit häufig von „Unkenntnis und Respektlosigkeit“ gegenüber den Betroffenen geprägt sind. Anstatt die realen Herausforderungen zu erkennen, mit denen viele Arbeitnehmer konfrontiert sind, würden oft stereotype Vorurteile bedient. Diese Vorurteile könnten die soziale Akzeptanz und das Verständnis für die Lebensrealitäten von Teilzeitbeschäftigten enorm erschweren, und es sei wichtig, dass die Gesellschaft hier ein Umdenken vollzieht.
Die AK-Präsidentin erklärte, dass viele Menschen aufgrund von familiären Verpflichtungen, Pflegeaufgaben oder gesundheitlichen Einschränkungen in Teilzeit arbeiten müssen. Diese Aspekte würden oft in der breiten Diskussion über Beschäftigungsformen außer Acht gelassen. Denn häufig sind die Gründe für eine reduzierte Arbeitszeit vielschichtiger, als es die Begriffe „Lifestyle-Teilzeit“ oder ähnliche Bezeichnungen vermuten lassen würden.
Die Arbeiterkammer fordert daher eine bessere Aufklärung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Themen, die mit Teilzeitarbeit verbunden sind. Eine differenzierte Betrachtung, die die individuellen Lebensumstände der Teilzeitbeschäftigten berücksichtigt, ist notwendig, um Vorurteile abzubauen und ein respektvolleres Miteinander zu fördern. Zudem sollten auch politische Maßnahmen in Betracht gezogen werden, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern und es Arbeitnehmern ermöglichen, ihre Arbeitszeit flexibler zu gestalten.
Insgesamt zeigt die Stellungnahme der Arbeiterkammer, dass das Thema Teilzeitarbeit weitaus komplexer ist als die einfache Reduzierung auf vorurteilbehaftete Begriffe. Die AK setzt sich dafür ein, dass die Stimme der Teilzeitbeschäftigten gehört wird, und plädiert für einen respektvollen Umgang mit ihren Lebensrealitäten. Nur durch Verständnis und Unterstützung kann eine Gesellschaft geschaffen werden, die alle Beschäftigten, unabhängig von ihrem Arbeitszeitmodell, wertschätzt und respektiert.