Im aktuellen Interview mit der „Krone“ äußert der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) seine Frustration über die anhaltenden Streitigkeiten bezüglich der sogenannten Gastpatienten, insbesondere aus Niederösterreich. Die Problematik hat sich über die Jahre hinweg zugespitzt, und der Stadtrat betont, dass eine Lösung vor dem Jahr 2028 nicht in Sicht ist. Diese Situation führt zu immer größerem Unmut in der Wiener Gesundheitsverwaltung und wirft auch Fragen zur Finanzierung auf.
Hacker kritisiert die Disparitäten zwischen den Bundesländern, insbesondere in Bezug auf die Gesundheitsversorgung und die finanzielle Belastung, die Wien aufgrund der Gastpatienten trägt. Es wird deutlich, dass der Wiener Gesundheitssektor nicht weiter bereit ist, die finanziellen Konsequenzen alleine zu tragen, was die Stadtregierung dazu veranlasst, den nächsten Finanzausgleich nicht mehr zu unterzeichnen. Diese Entscheidung könnte schwerwiegende Auswirkungen auf die zukünftige finanzielle Planung und Unterstützung der Wiener Gesundheitsinfrastruktur haben.
Ein weiterer Punkt, der Hackers Geduld zum Überlaufen bringt, ist die Ankündigung des Bundeskanzlers, die medizinische Versorgung für Asylwerber zu kürzen. Diese Maßnahme wird von Hacker als ungerecht und unvernünftig angesehen, da die Grundversorgung für alle Menschen, unabhängig von ihrem Status, essenziell sein sollte. Er fordert eine umfassendere und gerechtere Lösung, die die medizinische Versorgung aller Menschen in Wien sicherstellt, ohne Abstriche bei der Qualität oder Zugänglichkeit machen zu müssen.
Hacker unterstreicht die Notwendigkeit eines solidarischen Ansatzes zwischen den Bundesländern. Er appelliert an die Verantwortlichen, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten, die sowohl die Bedürfnisse der Wiener Bevölkerung als auch die aus den anderen Bundesländern berücksichtigt. Es ist keine einfache Aufgabe, aber für Hacker ist die Schlüsselbotschaft klar: Die Gesundheit der Menschen muss an erster Stelle stehen, unabhängig von ihrem Wohnort oder ihrem Herkunftsstatus.
In der Debatte um die Gastpatienten und die geplanten Kürzungen der medizinischen Versorgung für Asylwerber wird deutlich, dass es um mehr als nur finanziellen Druck geht. Es geht um Prinzipien der Gerechtigkeit und der Solidarität im Gesundheitswesen. Hacker fordert eine Rückkehr zu einem System, das für alle Bürger in Österreich funktioniert, ohne dass eine Gruppe zu kurz kommt. Die anhaltenden Konflikte und die Nichteinigung bei finanziellen Regelungen zeigen, wie dringend reformbedarf in der Gesundheitsversorgung besteht.