Die Ukraine hat die EU-Mitglieder Ungarn und die Slowakei im Kontext von Energielieferungen schwer kritisiert und ihnen Provokation sowie Erpressung vorgeworfen. Außenminister Andrij Sybiha äußerte diese Vorwürfe im Rahmen eines steigenden Konflikts um die Energieversorgung, insbesondere im Hinblick auf die Druschba-Ölpipeline. Diese Pipeline, die eine bedeutende Rolle in der Ölversorgung zwischen Russland und Europa spielt, ist zurzeit aufgrund von notwendigen Reparaturarbeiten stillgelegt.
Sybiha betonte, dass die Arbeiten an der Druschba-Ölpipeline weiterhin durchgeführt würden. Dies führt dazu, dass die Pipeline momentan außer Betrieb ist und folglich keine ölbasierten Energielieferungen in die betroffenen Länder erfolgen können. Der ukrainische Außenminister stellte klar, dass die Situation nicht nur die Ukraine betrifft, sondern auch Auswirkungen auf die Energieversorgung in Ungarn und der Slowakei hat.
In einer am Montag veröffentlichten Erklärung richtete Sybiha eine direkte Botschaft an die Regierungschefs von Ungarn und der Slowakei, Viktor Orbán und Robert Fico. Er wies darauf hin, dass die beiden Länder sich „beim Kreml zu beschweren“ haben, da die Problematik rund um die Druschba-Pipeline direkt mit Russland in Verbindung steht. Diese Aussage deutet darauf hin, dass die Ukraine die Verantwortung für die gegenwärtige Situation nicht nur bei den Nachbarländern, sondern auch bei Russland sieht.
Der Konflikt zwischen der Ukraine und diesen EU-Mitgliedstaaten kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt, da die Energiekrise in Europa aufgrund geopolitischer Spannungen und Sanktionen gegen Russland nach wie vor anhält. Die Abhängigkeit von russischen Öl- und Gaslieferungen ist in den letzten Monaten ein heiß diskutiertes Thema, insbesondere seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022. Die Ukrainer sind besorgt, dass die europäischen Länder, besonders Ungarn und die Slowakei, im Angesicht der Energieknappheit verstärkt auf Russland zurückgreifen könnten, was die ukrainische Position im Konflikt schwächen würde.
Die Situation wirft auch Fragen über die Solidarität innerhalb der EU auf, insbesondere in Bezug auf die Unterstützung der Ukraine im gegenwärtigen Konflikt. Während einige Länder bereit sind, auf russische Energie zu verzichten und alternative Quellen zu suchen, scheinen andere Länder, wie Ungarn, eine andere Strategie zu verfolgen, was zu Spannungen innerhalb der Union führt. Diese Entwicklungen könnten weitreichende Konsequenzen für die europäische Energiepolitik und die transatlantischen Beziehungen haben.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ukraine auf die Provokationen der Ungarn und Slowaken reagiert, indem sie die bestehende Abhängigkeit von russischen Energiequellen in Frage stellt. Sybiha's Appell richtet sich nicht nur an die benachbarten Länder, sondern auch an die politische Gemeinschaft Europas, um die Dringlichkeit und die Komplexität der aktuellen Energiekrise zu verdeutlichen. Die künftige Energielandschaft in Europa könnte durch diese Konflikte und die Reaktionen darauf nachhaltig beeinflusst werden.