Die Volksrepublik China betrachtet die Insel Taiwan als untrennbaren Teil ihres Staatsgebiets. Diese Sichtweise beruht auf dem nationalistischen Ansatz der kommunistischen Partei, die sich auf die "Ein-China-Politik" stützt. Seit den 1990er Jahren hat sich die Beziehung zwischen China und Taiwan verschärft, insbesondere seit der Präsidentschaft von Tsai Ing-wen, die als Befürworterin der taiwanesischen Unabhängigkeit gilt. In Reaktion darauf hat Peking seine militärischen Aktivitäten in der Region verstärkt, was zu einer intensiven Besorgnis in der internationalen Gemeinschaft geführt hat.
Militärische Drohgebärden seitens Chinas haben in den letzten Jahren zugenommen. Regelmäßige Militärübungen und das Eindringen von chinesischen Militärflugzeugen in die taiwanesische Luftverteidigungszone sind an der Tagesordnung. Peking hat wiederholt erklärt, dass es bereit ist, "die Einheit" mit Taiwan notfalls mit militärischer Gewalt durchzusetzen. Diese aggressive Rhetorik und die erweiterte militärische Präsenz Chinas in der Straße von Taiwan lassen die Sorgen um einen möglichen Konflikt wachsen.
Ein militärischer Konflikt über Taiwan würde nicht nur für die Region, sondern für die gesamte Weltwirtschaft katastrophale Folgen haben. Taiwan spielt eine entscheidende Rolle in der globalen Halbleiterindustrie, insbesondere bei der Produktion von Computerchips durch Unternehmen wie Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC). Die wirtschaftliche Abhängigkeit der Welt von diesen Technologien ist enorm, da fast jeder moderne elektronische Gadget, vom Smartphone bis zum Elektroauto, auf taiwanesischen Chips angewiesen ist. Ein bewaffneter Konflikt könnte zu einem sofortigen Stopp oder gravierenden Unterbrechungen in der Chipproduktion führen.
Angesichts dieser Umstände haben viele Länder, insbesondere die Vereinigten Staaten, ihre Position hinsichtlich der Verteidigung Taiwans klargestellt. Die USA haben eine Politik des "strategischen Zweifels", was bedeutet, dass sie zwar die Unabhängigkeit Taiwans unterstützen, aber gleichzeitig eine direkte militärische Intervention im Falle eines Angriffs nicht garantieren können. Diese Zweideutigkeit führt zu Spannungen und Unsicherheiten in der Region, während Taiwan versucht, seine Verteidigungskapazitäten zu stärken und engere Beziehungen zu anderen Ländern zu pflegen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Situation um Taiwan sowohl eine geopolitische als auch eine wirtschaftliche Dimension hat, die nicht ignoriert werden kann. Während China seinen Standpunkt weiterhin mit aggressiven militärischen Aktionen und Drohungen untermauert, ist die internationale Gemeinschaft gefordert, um einen möglichen Konflikt zu vermeiden, der verheerende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und die Stabilität in der Region haben könnte.