ÖVP-Heeresministerin Klaudia Tanner hat sich in einem Interview mit der „Krone“ zu ihren Plänen für den Ausbau des Wehrdienstes geäußert. Dabei betont sie, dass unabhängig von einer vorherigen Volksbefragung die Notwendigkeit eines stärkeren Wehrdienstes erkannt werden müsse. Tanner argumentiert, dass die sicherheitspolitischen Herausforderungen Österreichs und Europas heutzutage eine verstärkte militärische Bereitschaft erforderten. Dies sei besonders relevant angesichts der geopolitischen Spannungen, die in den letzten Jahren zugenommen haben.
In dem Gespräch nennt Tanner mehrere Gründe, warum der Wehrdienst, sowohl im Grundwehrdienst als auch im Zivildienst, reformiert und ausgebaut werden sollte. Sie verweist auf die Notwendigkeit, die heimische Armee zu modernisieren und sie für zukünftige Herausforderungen fit zu machen. Ein gut vorbereiteter und ausgestatteter Wehrdienst sei nicht nur für die Landesverteidigung wichtig, sondern auch für internationale Einsätze, an denen Österreich beteiligt ist.
Ein weiterer wichtiger Punkt, den Tanner anspricht, sind die möglichen Neuerungen für Frauen im Militärdienst. Sie kündigt an, dass es Pläne gibt, den Zugang und die Möglichkeiten für Frauen im Bundesheer zu erweitern. Tanner betont, dass Frauen eine essentielle Rolle in der Armee spielen und dass ihr Anteil an der Truppe insgesamt steigen sollte. Der Ausbau der Wehrpflicht könnte auch für Frauen attraktiv gemacht werden, was eine gerechtere Verteilung der militärischen Verantwortung zur Folge hätte.
Die Diskussion um die Reform des Wehrdienstes wird in Österreich bereits seit einiger Zeit geführt. Tanner möchte jedoch sicherstellen, dass die Öffentlichkeit umfassend in die Diskussion einbezogen wird, um mehr Unterstützung für die Maßnahmen zu gewinnen. Sie glaubt, dass eine direkte Auseinandersetzung mit den Bürgern notwendig sei, um Vorbehalte abzubauen und das Vertrauen in die Institution Bundesheer zu stärken.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Klaudia Tanner entschlossen ist, den Wehrdienst in Österreich zu reformieren und auszubauen. Ihre Pläne zielen darauf ab, die militärische Einsatzbereitschaft zu erhöhen und gleichzeitig die Rolle von Frauen im Militär zu stärken. Mit einer transparenten Debatte und gegebenenfalls einer Volksbefragung möchte sie die Bürger in den Prozess einbeziehen und ihre Unterstützung für die notwendigen Veränderungen gewinnen.