Der Stadtrechnungshof von Wien hat kürzlich eine umfassende Analyse der Ausgaben der Stadtwerke für Berater durchgeführt. Das Ergebnis dieser Untersuchung ist alarmierend: Die Stadtwerke geben im Durchschnitt etwa 1,75 Millionen Euro pro Monat für Beratungsdienste aus. Diese Summe wirft nicht nur Fragen zur Angemessenheit der Ausgaben auf, sondern verdeutlicht auch die Notwendigkeit einer kritischen Überprüfung der Vergabepraxis der Stadtwerke.
Besonders auffällig ist dabei, dass viele der Verträge, die für Beratungsdienste abgeschlossen wurden, freihändig vergeben wurden. Dies geschah häufig unter Missachtung der internen Richtlinien der Stadtwerke und der gesetzlichen Vorgaben zur Vergabe von Aufträgen. Die Praxis der freihändigen Vergabe ist problematisch, da sie nicht nur gegen die Transparenz geboten ist, sondern auch das Risiko von Interessenkonflikten und Korruption erhöhen kann.
Die Untersuchung des Stadtrechnungshofs legt nahe, dass eine Reform der Vergabepolitik der Stadtwerke dringend erforderlich ist. Die hohen monatlichen Ausgaben für Beratungsleistungen könnten möglicherweise durch eine wettbewerbsfähigere und transparentere Vergabepraxis gesenkt werden. Statt auf freihändige Vergaben zu setzen, sollten öffentliche Ausschreibungen eingeführt werden, um eine breitere Wettbewerbsbasis zu schaffen und damit auch qualitativ hochwertigere Beratung zu gewährleisten.
Zusätzlich könnte die Stadt Wien durch eine gezielte Schulung der Mitarbeiter der Stadtwerke in Bezug auf Vergaberichtlinien ein besseres Verständnis dafür entwickeln, wie Aufträge rechtskonform vergeben werden sollten. Es ist wichtig, dass die Stadt und ihre zugehörigen Unternehmen finanzielle Verantwortung übernehmen und nicht nur auf kurzfristige Lösungen setzen.
Insgesamt ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Stadtwerke die Investitionen in Beratungsdienste transparenter gestalten und sicherstellen, dass alle Aufträge in Übereinstimmung mit den geltenden Gesetzen und Vorschriften vergeben werden. Die Bürgerinnen und Bürger von Wien sollten darauf vertrauen können, dass ihre Steuergelder verantwortungsvoll und gerecht verwendet werden. Der Stadtrechnungshof hat hiermit einen wichtigen Schritt in die Richtung einer besseren Finanztransparenz und -verantwortung gemacht.