Am Donnerstag hat die EU-Kommission auf die Forderungen nach der Schaffung eines eigenen Fonds für verbesserten Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen reagiert. Dies geschah im Rahmen einer Diskussion über die Aktualisierung der politischen Stellungnahme zur Frauenrechtspolitik innerhalb der Europäischen Union. Die Kommission verwies darauf, dass die aktuellen politischen Rahmenbedingungen und finanziellen Ressourcen für soziale Projekte bereits bestehen und von den Mitgliedstaaten genutzt werden können.
Die EU-Kommission betonte ihr grundsätzliches Engagement für die Gewährleistung eines sicheren Zugangs zu Schwangerschaftsabbrüchen. Sie erkennt die Wichtigkeit dieses Themas an und hat daher vorgeschlagen, dass die Mitgliedstaaten die Gelder aus dem bestehenden Finanzierungsinstrument, bekannt als "Europäischer Sozialfonds", verwenden dürfen, um entsprechende Maßnahmen zu unterstützen. Diese Entscheidung zielt darauf ab, den Mitgliedstaaten mehr Flexibilität zu bieten, ohne einen speziellen neuen Fonds einrichten zu müssen.
Diese Absage an einen eigenen Fonds wird von einigen politischen Akteuren und Organisationen kritisiert, die der Meinung sind, dass ein dedizierter Finanztopf notwendig sei, um sicherzustellen, dass Frauen in allen Mitgliedstaaten gleichermaßen Zugang zu sicheren und legalen Abbrüchen haben. In mehreren EU-Ländern bestehen erhebliche Unterschiede in der Gesetzgebung und im Zugang zu Gesundheitsleistungen, was zu Ungleichheiten führt.
Die Kommission hat in ihrer Erklärung auch betont, dass sie die Bemühungen der Mitgliedstaaten unterstützen wird, um sicherzustellen, dass der Zugang zu reproduktiven Gesundheitsdiensten, einschließlich Schwangerschaftsabbrüchen, nicht eingeschränkt wird. Die europäischen Institutionen stehen vor der Herausforderung, sowohl die Rechte der Frauen zu schützen als auch die bestehenden legislatorischen Rahmenbedingungen in den unterschiedlichen Mitgliedstaaten zu berücksichtigen.
Des Weiteren wurde hervorgehoben, dass finanzielle Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds nicht nur für Schwangerschaftsabbrüche, sondern auch für andere soziale Projekte zur Verbesserung der Frauengesundheit ausgegeben werden können. Diese können präventive Maßnahmen, Aufklärungsprogramme oder Unterstützungseinrichtungen für Frauen umfassen, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden.
Die Diskussion um den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen bleibt ein sensibles Thema in der EU, da sie tief in die gesellschaftlichen und kulturellen Werte der einzelnen Mitgliedstaaten verwurzelt ist. Die EU-Kommission ist sich der Herausforderungen bewusst und versucht, durch Dialog und finanzielle Unterstützung innerhalb der bestehenden Strukturen eine positive Veränderung herbeizuführen.
Insgesamt zeigt sich, dass die EU-Kommission zwar nicht bereit ist, einen eigenen Fonds für Schwangerschaftsabbrüche einzurichten, jedoch dennoch aktiv an der Verbesserung des Zugangs zu reproduktiven Gesundheitsdiensten arbeitet. Durch den bestehenden europäischen Rahmen sollen die Mitgliedstaaten ermutigt werden, die notwendigen Ressourcen bereitzustellen, um den Frauen in der gesamten Union den Zugang zu sicheren Abbrüchen zu ermöglichen.