Die jüngste Studie der Bertelsmann Stiftung, veröffentlicht im Transformationsindex 2026, zeigt einen besorgniserregenden Trend hinsichtlich der weltweiten politischen Landschaft. Demnach nimmt die Zahl der Autokratien kontinuierlich zu. In der aktuellen Erhebung wurden 137 Staaten analysiert, von denen mittlerweile 77 autokratisch regiert werden. Dies stellt einen neuen Höchststand seit dem Beginn der Erhebung vor 20 Jahren dar.
Die Studie hebt hervor, dass die Zunahme autokratischer Regierungen in verschiedenen Regionen der Welt zu beobachten ist. Besonders in Ländern, die zuvor als demokratisch galten, sind Rückschritte in Richtung autoritärer Herrschaft festzustellen. Diese Entwicklung hat nicht nur Auswirkungen auf die politischen und sozialen Strukturen dieser Länder, sondern auch auf die internationale Gemeinschaft und die globalen Beziehungen.
Ein zentraler Faktor für diesen Anstieg der Autokratien ist das wachsende Misstrauen gegenüber demokratischen Institutionen. In vielen Staaten sehen sich Bürgerinnen und Bürger mit Korruption, Machtmissbrauch und einer eingeschränkten politischen Teilhabe konfrontiert. Die Berichte der Bertelsmann Stiftung legen nahe, dass viele Menschen in diesen Ländern zunehmend die Hoffnung auf Veränderung in einer funktionierenden Demokratie verlieren und stattdessen autoritäre Führer bevorzugen, die Stabilität und Ordnung versprechen.
Die Ursachen für diese Entwicklungen sind vielschichtig. Politische Unruhen, wirtschaftliche Krisen und soziale Spannungen spielen eine entscheidende Rolle. In einigen Fällen haben Regierungen in Schwierigkeiten die Möglichkeit genutzt, um ihre Macht zu festigen und die Meinungsfreiheit einzuschränken. Dies geschieht oft unter dem Vorwand, nationale Sicherheit zu gewährleisten oder den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.
Des Weiteren zeigt die Studie, dass die Corona-Pandemie in vielen Ländern als Vorwand herangezogen wurde, um autoritäre Maßnahmen zu legitimieren. Staaten, die bereits vor der Pandemie autokratische Tendenzen zeigten, könnten durch die Krise gestärkt worden sein, da sie die Kontrolle über die Gesellschaft weiter ausbauen konnten. Diese Entwicklungen stellen eine ernsthafte Bedrohung für die globale Demokratie dar.
Die Bertelsmann Stiftung fordert daher ein Umdenken in der internationalen Politik. Um die Rückentwicklung der Demokratie zu stoppen, sei es notwendig, präventive Maßnahmen zu ergreifen und den Dialog mit betroffenen Ländern zu suchen. Die Stärkung von zivilgesellschaftlichen Strukturen und die Unterstützung von Menschenrechten sind hierbei essenziell, um ein nachhaltig demokratisches Umfeld zu fördern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Zunahme von Autokratien weltweit ein alarmierendes Signal ist. Der Transformationsindex 2026 der Bertelsmann Stiftung legt dar, dass eine Vielzahl von Staaten sich in einer autokratischen Richtung entwickeln, und es dringender denn je ist, diesen Trend zu erkennen und zu bekämpfen. Auf globaler Ebene gilt es, gemeinsam für die Werte von Freiheit und Demokratie einzustehen und sich gegen autoritäre Bestrebungen zu positionieren.