Die heutige Betriebsversammlung bei der heimischen Austrian Airlines, bei der das fliegende Personal über den Stand bei den Lohnverhandlungen informiert wurde, hat sich zu einem Warnstreik bis 17 Uhr ausgeweitet. Dadurch fallen deutlich mehr als die 112 Flüge vom Vormittag aus. Passagiere sollen sich unbedingt informieren.
Die diesjährigen Kollektivvertragsverhandlungen für das Bordpersonal der Austrian Airlines (AUA) beginnt mit einem Paukenschlag. Angekündigt für den heutigen Vormittag waren vom Betriebsrat und der Gewerkschaft vida eine Betriebsversammlung bis 13 Uhr, wo die Mitarbeiter über den aktuellen Stand der Gespräche informiert werden sollten. Die AUA musste dadurch 112 Flüge von und ab Wien streichen und die Passagiere informieren.Chaos geht weiterNun wurde kurzfristig die Versammlung zu einem Warnstreik bis 17 Uhr ausgeweitet. Unzählige Fluggäste, die zum Teil schon am Airport sind, sind davon betroffen. Welche und wie viele Strecken ausfallen bzw. gestrichen werden müssen, ist noch offen. Die AUA rät all jenen, die einen Flug haben, sich unbedingt über ihren Flugstatus, zum Beispiel über www.austrian.com vorab zu informieren.AUA: „Völlig unangemessen“Gleichzeitig betont man bei der Fluglinie, dass die Maßnahme völlig unangemessen sei und nur zulasten der Flugpassagiere gehe. „Wir fordern Betriebsrat und Gewerkschaft auf, wieder an den Verhandlungstisch zu kommen“, betont AUA-Sprecherin Sophie Matkovits. Ein Angebot der Airline liegt bereits am Tisch. Es sieht als Basis eine Erhöhung der Bezüge des fliegenden Personals um 4,5 Prozent vor. Das entspreche der zugrundeliegenden, europäischen Inflationsrate. Den Europawert ziehe man deswegen heran, so Matkovits, weil die Fluglinie im internationalen Wettbewerb stehe. 75 Prozent der Tickets würden von internationalen Passagieren gekauft. Allerdings sei man gerne bereit, über „mehr“ zu verhandeln. „Der Betriebsrat hat es in der Hand“, so die Sprecherin. Schließlich leben unsere Mitarbeiter in Österreich und seien dadurch von der heimischen Teuerung betroffen. Mögliche Punkte für einen höheren Abschluss seien beispielsweise eine längere KV-Laufzeit, die Erhöhung der Erfolgsbeteiligung oder auch Einmalzahlungen.Gewerkschaft fordert laut AUA im Schnitt 40 Prozent PlusDer AUA liegt auch schon das Forderungspaket von Bord-Betriebsrat und Gewerkschaft vida vor. „Laut unseren Berechnungen sieht es unterm Strich eine Erhöhung von rund 40 Prozent vor“, erklärt Matkovits. Darüber hinaus soll die Laufzeit nur zehn Monate betragen. Aus Sicht der AUA sei dieses Paket überzogen und langfristig nicht im Interesse der Mitarbeiter, weil es damit nicht lange im internationalen Wettbewerb bestehen könnte.Mit letzten März gab es für das Bord-Personal der Fluglinie eine Erhöhung um 11 Prozent. Und heuer im Frühjahr werde an alle Mitarbeiter eine Erfolgsbeteiligung ausbezahlt.