Die Rhetorik von Donald Trump, die oft als extrem und aggressiv beschrieben wird, und seine Verwendung von lautstarken Schimpftiraden im sogenannten "Madman-Stil" sollten das Mullah-Regime im Iran einschüchtern. Diese Strategie basierte auf der Idee, dass ein unberechenbares Verhalten und die Androhung von Gewalt andere Nationen dazu bringen könnten, vorsichtiger zu agieren und auf diplomatische Angebote einzugehen. In der Praxis stellte sich jedoch die Frage, ob dieser Plan tatsächlich aufging und welche Auswirkungen er auf die Beziehungen zwischen den USA und dem Iran hatte.
Trump übernahm im Januar 2017 das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten und verfolgte von Anfang an eine aggressive Außenpolitik gegenüber Iran. Dies zeigte sich insbesondere durch den einseitigen Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen von 2015, auch bekannt als Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA). Dieses Abkommen hatte dazu gedient, das iranische Atomprogramm zu regulieren und den Iran von der Entwicklung von Atomwaffen abzuhalten. Trumps Entscheidung, die Sanktionen gegen den Iran wieder einzuführen, sollte das Regime unter Druck setzen und ihm finanzielle Mittel entziehen.
Ein entscheidender Moment war die gezielte Tötung des iranischen Generals Qasem Soleimani im Januar 2020 durch einen US-Drohnenangriff in Bagdad, Irak. Diese Aktion, die von Trump als notwendige Maßnahme zur Selbstverteidigung gerechtfertigt wurde, führte zu massiven Spannungen zwischen den beiden Ländern. Der Iran kündigte daraufhin an, die Bedingungen des Atomabkommens nicht mehr einhalten zu wollen, was die Risiken eines militärischen Konflikts erheblich erhöhte.
In den darauffolgenden Monaten wurde Trumps aggressive Rhetorik oft als Provokation wahrgenommen, die nicht nur das iranische Regime, sondern auch dessen Stellvertreter und Verbündete in der Region, wie die Hisbollah im Libanon und verschiedene Milizen im Irak beeinflusste. Viele Analysten argumentierten, dass Trumps Strategie nicht dazu führte, dass der Iran nachgab oder diplomatische Gespräche suchte; stattdessen festigte sich die Position der Hardliner im Iran, da sie die aggressive Haltung der USA als Bedrohung wahrnahmen.
Ein weiterer Aspekt dieser Rhetorik war die interne politische Dynamik im Iran. Die Regierung benötigte eine externe Bedrohung, um nationalistische Gefühle zu schüren und von internen Problemen abzulenken, wie etwa der wirtschaftlichen Notlage und den weit verbreiteten Protesten gegen die herrschende Ordnung. Trumps "Madman"-Ansatz half dem Regime, die Bevölkerung zu mobilisieren, da es sich als Verteidiger der nationalen Souveränität und Unabhängigkeit präsentieren konnte.
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Donald Trumps extreme Rhetorik und die damit verbundene aggressive Außenpolitik gegenüber dem Iran nicht die gewünschten Ergebnisse lieferten. Statt den Iran zu destabilisieren oder zu einem Verhandlungsfrieden zu bewegen, führten sie eher zu einer Verschärfung der Konflikte und einem stärkeren Zusammenrücken der iranischen Führung. Die Strategie, das Mullah-Regime durch lautes und unvorhersehbares Verhalten einzuschüchtern, könnte also als gescheitert betrachtet werden, da die Spannungen in der Region weiterhin bestehen und die Möglichkeit eines Dialogs erschwert wurde.