Die Parlamentarische Versammlung des Europarats (PACE) hat sich in einer aktuellen Resolution für eine grundlegende Reform der Gesetze zur Vergewaltigung in den Mitgliedsstaaten ausgesprochen. Der zentralste Punkt dieser Resolution ist die Forderung nach der Einführung eines „Nur Ja heißt Ja“-Ansatzes, der sicherstellen soll, dass nur eine ausdrücklich erteilte Einwilligung zu sexuellen Handlungen als gültig anerkannt wird. Ziel dieser Initiative ist es, den Opferschutz zu verbessern und die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Verfolgung von sexualisierten Übergriffen zu stärken.
Die Resolution wurde in Straßburg verabschiedet und bietet eine umfassende rechtliche Definition von Einwilligung, die als Grundlage für nationale Gesetzgebungen dienen soll. Laut der PACE sind viele bestehende Gesetze zum Thema Vergewaltigung überholt und spiegeln nicht die gesellschaftlichen Veränderungen und das wachsende Bewusstsein für die Bedeutung von Einwilligung wider. Ein klarer, konsistenter und einheitlicher rechtlicher Rahmen soll denjenigen helfen, die unter sexualisierter Gewalt leiden, indem er die Beweislast umkehrt und es den Opfern erleichtert, Gerechtigkeit zu erfahren.
Obwohl die Resolution der PACE keine rechtlich bindende Wirkung hat, fungiert sie als wichtige Leitlinie für nationale Parlamente, Regierungen und Organisationen in den Mitgliedsstaaten des Europarats. Die Politiker in den Mitgliedsländern werden aufgefordert, diese Empfehlungen ernsthaft zu prüfen und gegebenenfalls in ihre eigenen nationalen Rechtsordnungen zu integrieren. Der „Nur Ja heißt Ja“-Ansatz hat bereits in mehreren Ländern, darunter Spanien und Schweden, positive Resonanz gefunden, wo er bereits in Gesetze umgesetzt wurde.
Die Forderung nach einer rechtlichen Neudefinition von Einwilligung übersteigt somit bloße Worte und zielt darauf ab, eine breitere gesellschaftliche Debatte über Sexualität, Machtverhältnisse und die Rechte der Betroffenen anzustoßen. Unterstützer der Resolution betonen, dass eine eindeutige Definition von Einwilligung nicht nur rechtlichen Klarheit schafft, sondern auch zur Sensibilisierung der Gesellschaft für die Thematik beiträgt und das Stigma rund um sexualisierte Gewalt verringern könnte.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Parlamentarische Versammlung des Europarats mit dieser Resolution einen wichtigen Schritt in Richtung eines wirksameren Schutzes von Opfern sexueller Gewalt unternimmt. Die Mitgliedsstaaten werden aufgefordert, sich der Notwendigkeit eines modernen und klar definierten Einwilligungsmodells anzunehmen, um die rechtlichen Rahmenbedingungen zu verbessern und eine Kultur der Zustimmung zu fördern.