Der scheidende Bosnien-Beauftragte der Vereinten Nationen, Christian Schmidt, hat in seinem letzten Auftritt vor dem UN-Sicherheitsrat eine besorgniserregende Einschätzung zur Zukunft Bosnien und Herzegowinas abgegeben. Schmidt betonte, dass sich der Pfad für das Land „verengt“ und dass ernsthafte Herausforderungen bevorstehen.
In seiner Rede wies Schmidt darauf hin, dass die politische Lage in Bosnien und Herzegowina weiterhin angespannt ist. Es gebe zunehmende Spannungen zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen im Land, was den Weg zu einer stabilen und vereinten Gesellschaft erschwere. Schmidt wies darauf hin, dass die internationale Gemeinschaft gefordert sei, um die Stabilität in der Region zu fördern und eine Rückkehr zu einem friedlichen und konstruktiven Dialog zu unterstützen.
Schmidt äußerte auch Bedenken hinsichtlich der Fragen der nationalen Identität und der ethnischen Zugehörigkeit, die weiterhin die politischen Diskussionen dominieren. In seiner Ausführung machte er deutlich, dass die politischen Führer des Landes gefordert sind, über ethnische Linien hinweg zu denken und Lösungen zu finden, die das Wohlergehen aller Bürger in Bosnien und Herzegowina fördern.
Zudem hob Schmidt die Notwendigkeit von Reformen hervor, um die politischen und wirtschaftlichen Strukturen des Landes zu stabilisieren. Er betonte, dass ohne substanzielle Veränderungen die Gefahr einer weiteren Unterminierung des Friedens und der Stabilität im Land groß sei. Es sei entscheidend, dass die Bosnier an einem Strang ziehen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen: ein versöhntes und prosperierendes Land.
Schließlich appellierte er an die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen, ihre Unterstützung für Bosnien und Herzegowina aufrechtzuerhalten und gemeinsam für eine friedliche Lösung der Konflikte in der Region zu arbeiten. Schmidt schloss seine Rede mit der Erinnerung an die Bedeutung einer stabilen und demokratischen Gesellschaft, die für den Frieden und den Wohlstand in ganz Europa unerlässlich ist.