Thomas Starlinger, der sicherheitspolitische Berater und ehemalige Verteidigungsminister, äußert in einem Interview im Podcast „Wiener Wissen“ bei Elisabeth Oberzaucher die dringende Notwendigkeit für Österreich, sich besser auf zukünftige Krisen vorzubereiten. Er verweist auf die Vielzahl an Herausforderungen, die das Land in der kommenden Zeit bewältigen muss, darunter die Klimakrise, mögliche Blackouts, die anhaltenden Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie die rapide Entwicklung der künstlichen Intelligenz (KI).
Starlinger betont, dass die Lehren aus der Corona-Pandemie entscheidend für die zukünftige Resilienz der Gesellschaft sind. Er beschreibt das verlorene Vertrauen der Bevölkerung in staatliche Institutionen und mahnt, dass dieses Vertrauen nur dann zurückgewonnen werden kann, wenn die Menschen aktiv in Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Die Bürgerbeteiligung wird als Schlüssel für eine effektivere Krisenbewältigung angesehen, denn nur durch ein gemeinsames Verständnis und Zusammenarbeit können nachhaltige Lösungen gefunden werden.
Ein weiterer zentraler Punkt in Starlingers Argumentation ist die Wichtigkeit der Resilienz, die er für die Zukunft unabhängig von den spezifischen Krisen als grundlegend ansieht. Resilienz sei mehr als nur die Fähigkeit, auf Krisen zu reagieren; sie erfordere auch eine proaktive Haltung. Die Bevölkerung müsse nicht nur informiert werden, sondern auch in die Planung und Umsetzung von Krisenbewältigungsstrategien einbezogen werden. Starlinger fordert daher eine enge Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträgern und den Bürgern, um Vertrauen wieder aufzubauen und eine gemeinschaftliche Strategie zu entwickeln.
Zusätzlich weist er darauf hin, dass die Herausforderungen, vor denen Österreich steht, nicht isoliert betrachtet werden können. Die globalen Entwicklungen, insbesondere in Sachen Klimawandel und technologischer Fortschritt, erforderten ein Umdenken in der Sicherheits- und Regierungspolitik. Starlinger plädiert für ein ganzheitliches Konzept, das nicht nur kurzfristige Lösungen bietet, sondern auch langfristige Strategien zur Stärkung der gesellschaftlichen Resilienz umfasst.
Insgesamt fordert Thomas Starlinger eine umfassende Reform der Krisenprävention in Österreich, die über die einfache Reaktion auf Krisen hinausgeht und eine nachhaltige, gemeinschaftliche Vorbereitung auf zukünftige Herausforderungen betont. Damit Österreich für die kommenden Krisen gewappnet ist, bedarf es einer tiefen Verwurzelung von Resilienz im Bewusstsein der Bevölkerung und eines klaren Bekenntnisses zur Bürgerbeteiligung in sicherheitspolitischen Fragen.