Der Nahost-Korrespondent Karim El-Gawhary (62) und sein Vater Magdi (84) gewähren in einem offenen Gespräch Einblicke in ihre Welt. Sie diskutieren Themen wie die Bedeutung der Mutter- und Vatersprache, die Rolle von Politik und Religion in ihrem Leben, sowie persönliche Erfahrungen, die sie geprägt haben. Diese Gespräche sind nicht nur eine Reflexion über ihre eigene Identität, sondern auch über die Gesellschaft, in der sie leben.
Karim betont, wie wichtig die Sprache für die Verbindung zu seiner Herkunft ist. Die arabische Sprache ist für ihn nicht nur ein Kommunikationsmittel, sondern auch ein Teil seiner Identität. Er erzählt von seiner Kindheit, in der Arabisch zu Hause gesprochen wurde, während Deutsch in der Schule gelehrt wurde. Diese Zweisprachigkeit ermöglicht es Karim, zwischen verschiedenen Kulturen zu navigieren und unterschiedliche Perspektiven zu verstehen. Magdi, der aus Ägypten stammend, unterstreicht, dass die Sprache eine kulturelle Brücke darstellt, die Traditionen und Werte weitergibt.
Mit dem Thema Religion kommen die beiden auf die unterschiedlichen Glaubensrichtungen und deren Einfluss auf das tägliche Leben zu sprechen. Magdi, der fest im glaubensbasierten Erziehung verwurzelt ist, gibt zu bedenken, dass der Glaube für viele Menschen eine Quelle der Hoffnung und der Stärke darstellt. Karim hingegen reflektiert über die Herausforderungen, die durch religiöse Unterschiede in der Gesellschaft entstehen können. Er sieht die Chance in der Religion, Brücken zu bauen, aber auch die Verantwortung, Vorurteile abzubauen und den Dialog zu fördern.
Ein besonders prägendes Erlebnis für Karim war eine einzige Ohrfeige, die ihm von einem Lehrer in der Schule gegeben wurde. Dieses Ereignis bleibt ihm in Erinnerung und hat ihn in seiner Entwicklung beeinflusst. Es zeigt, dass auch negative Erfahrungen, wenn sie reflektiert werden, eine wichtige Lehre für das Leben sein können. Er spricht darüber, wie wichtig es ist, mit Respekt und Verständnis auf kulturelle Unterschiede einzugehen und die Lehren, die daraus gezogen werden, in die Gesellschaft zu tragen.
Ein weiteres zentrales Thema in ihrem Gespräch ist die Karriere von Karim beim ORF. Nach vielen Jahren als Korrespondent hat er die Entscheidung getroffen, seine Laufbahn zu beenden. Diese Entscheidung fiel nicht leicht, da er sein Berufsleben lange dem Austausch von Informationen und dem Teilen von Geschichten im Nahen Osten gewidmet hat. Karim schildert, wie erfüllend es war, Geschichten von Menschen zu berichten und deren Stimmen Gehör zu verschaffen. Gleichzeitig erläutert er, wie sich die Medienlandschaft verändert hat und welche Herausforderungen dies mit sich brachte.
Am Ende ihres Gesprächs reflektieren sowohl Karim als auch Magdi über die Bedeutung von Familie, der Pflege der eigenen Wurzeln und der Verantwortung, die kommenden Generationen zu unterstützen. Ihre Diskussion verdeutlicht, dass Austausch und Verständnis zwischen den Kulturen essenziell sind, um eine harmonische Gesellschaft zu fördern. Sie hoffen, dass ihre Erfahrungen und Einsichten nicht nur ihre eigene Familie, sondern auch andere inspirieren, einen respektvollen Dialog über die Unterschiede hinweg zu führen.