In einem kürzlich geführten Interview spricht Margarete Kriz-Zwittkovits, die neue Präsidentin der Wiener Wirtschaftskammer, über verschiedene Themen, die Frauen in Führungspositionen betreffen. Sie ist die Nachfolgerin von Walter Ruck, der wegen umstrittener Äußerungen, darunter das Behaupten, eine Frau hätte nach einem „Marschbefehl“ salutiert, zurückgetreten ist. Kriz-Zwittkovits, 67 Jahre alt, hat sich in der männerdominierten Geschäftswelt etabliert und spricht offen über ihre Erfahrungen.
Ein zentrales Thema des Interviews ist die „Frauenpower“, die Kriz-Zwittkovits als essenziell ansieht, um in der heutigen Wirtschaft erfolgreich zu sein. Sie betont, dass Frauen oft kreative und innovative Ansätze zur Problemlösung bringen können, die in einer Vielzahl von Branchen von Vorteil sind. Einer ihrer Schwerpunkte liegt auf der Förderung von Frauen in Führungspositionen und der Schaffung von Netzwerken, die den Austausch zwischen Frauen unterstützen.
Kriz-Zwittkovits äußert sich auch über Männerwitze und das Bedürfnis, eine dicke Haut zu entwickeln, um in einer von Männern dominierten Umgebung bestehen zu können. Sie spricht darüber, wie wichtig es ist, Humor und Selbstbewusstsein zu haben, um mit Klischees und Vorurteilen umzugehen. Der Umgang mit solchen Herausforderungen sehe sie als Teil ihres Berufslebens und als eine Möglichkeit, die eigene Resilienz zu stärken.
In dem Gespräch reflektiert sie auch über die Bedeutung von Mentoren und Vorbildern für Frauen in Unternehmensführungen. Sie ermutigt junge Frauen, ihre Ambitionen zu verfolgen und sich nicht von gesellschaftlichen Erwartungen bremsen zu lassen. Ihrer Meinung nach ist es wichtig, dass Frauen sich gegenseitig unterstützen und für Gleichberechtigung kämpfen.
Des Weiteren betont Kriz-Zwittkovits, dass die Einführung von Flexibilität am Arbeitsplatz und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie entscheidend für die Beschäftigung von Frauen sind. Sie nennt konkrete Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen können, um die Arbeitsbedingungen für Frauen zu verbessern. Dazu gehören unter anderem die Förderung von Teilzeitmodellen und Homeoffice-Möglichkeiten.
Insgesamt vermittelt das Interview mit Margarete Kriz-Zwittkovits eine starke Botschaft für Frauen in der Wirtschaft. Durch ihren eigenen Karriereweg und die Herausforderungen, die sie überwunden hat, inspiriert sie andere, sich ebenfalls in Führungspositionen zu engagieren und den Wandel in der Wirtschaft voranzutreiben. Der Rücktritt von Walter Ruck und ihre Übernahme der Präsidentschaft der Wiener Wirtschaftskammer stellen einen signifikanten Schritt in Richtung Gleichstellung und eine Stärkung der Frauen in der Geschäftswelt dar.