Lucy Schmidl hat kürzlich ihr eigenes Handwerksgeschäft in Wiener Neustadt, Niederösterreich, gegründet. Ihr Spezialgebiet als Sattlerin hat sich jedoch im Laufe der Zeit verändert. Sättel stehen heutzutage nicht mehr im Fokus ihrer Arbeit, sondern vielmehr die Perfektionierung anderer handwerklicher Fähigkeiten. Um ihre Fertigkeiten zu erweitern und von erfahrenen Kollegen zu lernen, hat sie eine eindrucksvolle Entscheidung getroffen: Sie reiste zwei Jahre lang mit ihrem Wohnmobil, das sie liebevoll „Elsa“ genannt hat, durch ganz Europa.
Während ihrer Reisen hatte Lucy die Möglichkeit, verschiedene Sattlerwerkstätten zu besuchen, wo sie wertvolle Erkenntnisse und Techniken sammeln konnte. Diese praktischen Erfahrungen haben ihr nicht nur geholfen, ihre eigenen Fähigkeiten zu verbessern, sondern auch ihren Blick für das Handwerk insgesamt zu schärfen. Auf diese Weise konnte sie die Vielfalt der Sattlerkunst kennenlernen und verschiedene Stilrichtungen und regionale Eigenschaften entdecken, die sie in ihrer eigenen Arbeit aufnehmen möchte.
Das Handwerk des Sattlers ist eine Kunstform, die viel Geschick und Erfahrung erfordert. Sättel sind nicht einfach nur funktionale Gegenstände; sie sind Produkte, die auch ästhetische Ansprüche erfüllen müssen. Lucy hat sich vorgenommen, nicht nur die technische Seite des Sattelns zu beherrschen, sondern auch den kreativen Aspekt der Gestaltung. Ihr Ziel ist es, individuell abgestimmte Produkte zu schaffen, die den Bedürfnissen und dem Stil ihrer Kunden gerecht werden.
Durch ihre Reisen und das Lernen von anderen Sattlern hat Lucy auch ein Netzwerk in der Branche aufgebaut. Diese Verbindungen sind für sie von unschätzbarem Wert, denn sie eröffnen ihr neue Möglichkeiten zur Zusammenarbeit und zum Austausch von Ideen. Ihre Offenheit und Neugier haben dazu geführt, dass sie nicht nur von den Sattlern, die sie traf, gelernt hat, sondern auch von verschiedenen Kulturen und Traditionen, die sie auf ihren Reisen erlebt hat. Diese Einflüsse fließen nun in ihre eigene Arbeit ein.
Ein weiterer Aspekt von Lucys Geschäft ist die Nachhaltigkeit. In einer Zeit, in der viele Handwerksberufe mit der Massenproduktion konkurrieren müssen, legt sie großen Wert darauf, hochwertige Materialien zu verwenden und umweltfreundliche Praktiken in ihre Produktion zu integrieren. Dies spiegelt sich nicht nur in der Qualität ihrer Produkte wider, sondern auch in der Philosophie ihres Unternehmens, die darauf abzielt, verantwortungsbewusst zu handeln.
In Wiener Neustadt hat Lucy ihr Geschäft eröffnet, das nicht nur als Werkstatt dient, sondern auch als Ort, an dem sie Workshops und Kurse anbieten möchte. Sie ist motiviert, ihr Wissen und ihre Leidenschaft für das Sattlerhandwerk mit anderen zu teilen. Damit möchte sie nicht nur neue Generationen von Handwerkern inspirieren, sondern auch das Bewusstsein für die Bedeutung traditioneller Handwerkskunst stärken.
Insgesamt stellt Lucys Reise von der Gründung ihres Handwerksgeschäfts bis zu den Erfahrungen, die sie in Europa gesammelt hat, ein inspirierendes Beispiel für viele junge Handwerker dar. Ihre Entschlossenheit, sich ständig weiterzuentwickeln und traditionelles Handwerk mit modernen Ansätzen zu verbinden, ist bewundernswert. Mit „Elsa“ hat sie nicht nur die Grenzen ihres Handwerks erweitert, sondern auch ihre persönliche Entwicklung vorangetrieben und ihre Leidenschaft für das Handwerk vertieft.