Anlässlich des Welttags der Suizidprävention, der am 10. September gefeiert wird, hat Gabriela Schwarz, die Volksanwältin, die für den Strafvollzug zuständig ist, auf die alarmierenden Zahlen von Suiziden in den österreichischen Gefängnissen aufmerksam gemacht. Sie gehört der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) an und äußerte ihre Besorgnis in einer Mitteilung, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.
Schwarz informierte, dass bis Ende August bereits so viele Suizide aus den Justizanstalten gemeldet wurden, wie im gesamten Vorjahr. Dies zeigt eine besorgniserregende Zunahme der Suizidraten in Gefängnissen und deutet auf ein ernst zu nehmendes Problem innerhalb des Strafvollzugssystems hin. Mit den heute bekannt gewordenen Zahlen hat Österreich den traurigen Höchststand von 2025 Suiziden erreicht, was die Öffentlichkeit und die Verantwortlichen alarmiert.
Die Volksanwältin betonte die Dringlichkeit, Maßnahmen zur Verbesserung der psychischen Gesundheit von Häftlingen zu ergreifen. Viele Insassen leiden unter psychischen Erkrankungen, Isolation und dem Mangel an adäquater Betreuung. Diese Faktoren tragen erheblich zu dem Anstieg der Suizidzahlen bei. In ihrer Erklärung forderte Schwarz eine umfassende Reform des Strafvollzugs, um die Lebensumstände der Gefangenen zu verbessern und ihnen Zugang zu psychologischer Unterstützung zu gewährleisten.
Zusätzlich wies sie darauf hin, dass präventive Maßnahmen in den Gefängnissen dringend erforderlich sind. Dazu zählen regelmäßige psychologische Untersuchungen und die Schaffung eines Unterstützungsnetzwerks, welches den Insassen während ihrer Haftzeit hilft. Die aktuelle Situation zeigt, dass viele Häftlinge sich in einer ausweglosen Lage befinden, was ihre Bereitschaft, Suizid zu begehen, erhöht.
Schwarz forderte die Politik auf, eine neue Strategie zur Suizidprävention im Strafvollzug zu entwickeln. Es solle ein umfassendes Konzept geschaffen werden, das sich nicht nur mit der Bestrafung, sondern auch mit der Rehabilitation und der Resozialisierung der Gefangenen beschäftigt. Diese Maßnahmen müssen priorisiert werden, um die Sicherheit der Insassen und des Personals zu gewährleisten und um potenzielle Tragödien zu verhindern.
Die alarmierenden Zahlen sind ein Weckruf für alle Beteiligten im Justizsystem. Dies betrifft nicht nur die Aufsichtsbehörden, sondern auch die Gesellschaft insgesamt. Es ist wichtig, das Bewusstsein für psychische Erkrankungen zu schärfen und Stigmatisierung abzubauen, um denjenigen zu helfen, die in schwierigen Situationen sind. Der Welttag der Suizidprävention sollte als Anlass genommen werden, um über Lösungen nachzudenken und das Interesse für eine humane und gerechte Behandlung im Gefängnissystem zu erhöhen.
Abschließend appellierte Schwarz an alle Beteiligten, intensiver zusammenzuarbeiten und die Herausforderungen im Bereich der psychischen Gesundheit in Gefängnissen ernst zu nehmen. „Wir müssen jetzt handeln, um das Leben der Insassen zu schützen und zukünftige Tragödien zu verhindern“, sagte sie abschließend.