Menschenhandel scheint für viele in Österreich ein fernes Thema zu sein. Doch die Realität sieht anders aus, und das weiß Ordensfrau Maria Schlackl (74) nur zu gut. Die Salvatorianerin engagiert sich seit über zehn Jahren intensiv im Kampf gegen Menschenhandel im eigenen Land. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, Betroffene zu begleiten und deren Schicksale sichtbar zu machen.
Ordensfrau Schlackl führt Aufklärungsarbeit an Schulen durch, um junge Menschen über die Risiken und die Realität des Menschenhandels zu informieren. Ihr Ziel ist es, das Bewusstsein in der Gesellschaft zu schärfen und das Thema in das öffentliche Gespräch zu bringen. Sie tritt außerdem in den Dialog mit politischen Entscheidungsträgern und fordert eine verstärkte politische Reaktion auf dieses brutale Verbrechen.
Der 18. Oktober ist der Europäische Tag gegen Menschenhandel, der als Mahnung dient, auf die Problematik aufmerksam zu machen. An diesem Tag wird nicht nur die Dunkelziffer der Betroffenen ins Licht gerückt, sondern es wird auch ein Aufruf gestartet, sich aktiv gegen diese Form der Ausbeutung einzusetzen. Der Menschenhandel ist ein Problem, das oft im Verborgenen stattfindet und viele Gesichter hat – von Zwangsprostitution über Arbeitsausbeutung bis hin zu illegaler Adoption.
Maria Schlackl betont, dass Menschenhandel auch in Österreich stattfindet und dass es dringend notwendig ist, die Öffentlichkeit darüber zu informieren. Die Dunkelziffer der Betroffenen, die in unserem eigenen Land leben, ist erschreckend hoch und wird oft von der Gesellschaft ignoriert. Durch ihre Arbeit möchte sie den Menschen helfen, die oft in verzweifelten Situationen gefangen sind, und ihnen eine Stimme geben.
Im Rahmen ihrer Aktivitäten widmet sich Schlackl auch der politischen Ebene. Sie fordert die Regierung auf, stärker gegen den Menschenhandel vorzugehen und Strategien zur Prävention zu entwickeln. Zudem ist es ihr wichtig, angesichts der Vielzahl an Betroffenen eine gesellschaftliche Debatte über die Rolle von Bildung und Sensibilisierung zu initiieren.
Maria Schlackl führt ihre Mission mit einer klaren Botschaft: Menschenhandel betrifft uns alle! Nur gemeinsam können wir gegen diese Form der modernen Sklaverei ankämpfen und helfen, das Bewusstsein zu schärfen. Am Europäischen Tag gegen Menschenhandel gilt es, die Stimmen derer zu hören, die unter diesem Unrecht leiden, und aktiv für Veränderungen zu kämpfen.