Anlässlich des Weltspartags, der Ende Oktober gefeiert wird, wird wieder verstärkt über das Sparverhalten der Österreicher diskutiert. Finanzexperte Oswald Salcher äußert sich dazu in einem Interview mit der „Krone“ und gibt Aufschluss darüber, warum das Sparen in Österreich derzeit in der falschen Richtung geht. Salcher stellt fest, dass zahlreiche Sparguthaben auf Sparbüchern aufgrund von Inflation und niedrigen Zinsen an Wert verlieren, was zur Sorge Anlass gibt.
Der Finanzexperte zeigt auf, dass das klassische Sparbuch für viele Österreicher zwar eine vertraute Anlagemöglichkeit ist, aber in der aktuellen wirtschaftlichen Situation nicht die beste Wahl darstellt. „Die Österreicher sparen – aber leider falsch“, erklärt er. Der Grund dafür sei, dass die Zinsen auf Sparguthaben oft nicht mit der Inflationsrate mithalten können, was zur Folge hat, dass das Geld auf den Sparbüchern an Kaufkraft verliert. Salcher betont, dass viele Menschen sich der negativen Auswirkungen ihrer Sparstrategie nicht bewusst sind.
Salcher schlägt vor, dass die Bevölkerung mehr Kapital in alternative Anlageformen investieren sollte, um eine Rendite zu erwirtschaften, die über der Inflationsrate liegt. „Wir sollten einen ‚Weltinvestitionstag‘ ins Leben rufen“, meint er weiter. Der sehr niedrige Zinsniveau in der Europäischen Union und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Herausforderungen verlangen ein Umdenken im Umgang mit Geld. Investitionen in Aktien, Immobilien oder Fonds könnten langfristig ertragreicher sein und die Vermögenswerte der Österreicher schützen.
Zusätzlich hebt Salcher die Bedeutung von finanzieller Bildung hervor. Viele Menschen seien unsicher in der Geldanlage und wüssten nicht, wie sie ihr Geld gewinnbringend investieren können. Hier sieht er einen großen Handlungsbedarf. Schulen und Bildungseinrichtungen sollten daher verstärkt Finanzkompetenz vermitteln, um die Bevölkerung auf die Herausforderungen der Geldanlage vorzubereiten.
Insgesamt zeigt das Interview, dass für viele Österreicher Handlungsbedarf besteht, wenn es um ihre Ersparnisse geht. Der Weltspartag könnte ein guter Anlass sein, um über diese Themen zu diskutieren und das Sparverhalten kritisch zu hinterfragen. Salcher fordert ein Umdenken und eine aktive Auseinandersetzung mit dem Geld, um die eigene finanzielle Zukunft auf eine sichere Basis zu stellen.