Nach der Politiker-Kandidatenliste rund um den Welser FPÖ-Bürgermeister Andreas Rabl zog nun auch das zweite Team die Bewerbung für die Shoah-Gedenkorganisation zurück. Der Verein Österreichische Freunde von Yad Vashem muss daher über seine Auflösung abstimmen.
„Der Vorstand der ,Österreichischen Freunde von Yad Vashem’ hat die Nachricht erhalten, dass die einzige noch kandidierende Wahlliste für den Vorsitz ihre Kandidatur zurückziehen muss“ – dieses Schreiben erging am Montag an die mehr als 800 Mitglieder des Vereins, der das Gedenken an die Opfer der Shoah, also den Holocaust, unterstützt.Als Grund werden Bedenken zur Vereinbarkeit von Beruf und Ehrenamt von einzelnen Bewerbern angeführt. Die Folge: Die für Mittwoch angesetzte Vorstandswahl ist abgesagt, stattdessen wird gar über die Auflösung abgestimmt.Zukunft des Vereins unklarOb die Organisation tatsächlich vor dem Aus steht, ist aber noch offen. Denn unklar ist, ob der Antrag auf Vereinsauflösung angenommen wird, und im Schreiben, das der „Krone“ vorliegt, wird etwa auch die Möglichkeit einer Neugründung genannt.Aufregung um Politiker-ListeErst vor wenigen Wochen hatte die andere Kandidatenliste kehrtgemacht: Mehrere Politiker, etwa die Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) und Andreas Rabl (FPÖ), hatten sich zusammengeschlossen, um den Fortbestand des Vereins zu sichern.Nach heftiger Kritik an der Bewerbung eines Freiheitlichen für einen jüdischen Verein und nachdem die zweite Bewerberliste bekannt geworden war, zogen sie aber zurück.