Die Berliner Feuerwehr hat am Freitag eine Katastrophe verhindern können. Ein Fabrikgebäude der Diehl-Gruppe stand in Vollbrand – samt giftiger Chemikalien. Einen Tag später scheint die Situation unter Kontrolle, die Löscharbeiten gestalten sich aber schwierig.
Der Großbrand in Berlin-Lichterfelde lodert noch immer. Zwar sind die Flammen mittlerweile unter Kontrolle, doch unter den Trümmerteilen der Fabrikhalle entstehen immer wieder Brandherde, teilte die Feuerwehr am Samstag mit. Die Löscharbeiten werden sich vermutlich noch den gesamten Tag hinziehen, hieß es.Von ursprünglich 170 Feuerwehrleuten stehen noch 50 im Einsatz. Das zerstörte Gebäude der Diehl-Gruppe sei noch immer nicht betretbar. Gelöscht wird ausschließlich von außen. Die Einsatzkräfte müssen Gebäudeteile niederreißen, um besser an die Brandherde heranzukommen. Dabei werden auch Drohnen mit Wärmebildkameras eingesetzt.Der Betrieb für Metalltechnik stand am Freitag in Vollbrand, über dem Westen Berlins hatte sich eine riesige Rauchwolke gebildet. Die Feuerwehr rückte zum Großeinsatz aus und warnte vor möglichen Gesundheitsgefahren. Mindestens eine Schule wurde geschlossen. In der Halle seien Kupfercyanid und Schwefelsäure gelagert gewesen, und während des Brands habe sich womöglich Blausäure gebildet, sagte ein Feuerwehrsprecher.Brandursache ist unbekanntGesundheitsgefährdende Stoffe wurden aber laut Feuerwehr nur in unmittelbarer Nähe des Brandorts in der Luft entdeckt – nicht in der Rauchwolke, die in Richtung Innenstadt abzog.Die Feuerwehr hat nach eigenen Angaben auch verhindert, dass mit Chemikalien belastetes Löschwasser in den nahe gelegenen Teltow-Kanal fließen konnte. Die Polizei hat noch keine Erkenntnisse zur Brandursache. Feuerwehrangaben zufolge hatte das Feuer seinen Ursprung in einem Technikraum im ersten Stock.Rüstungsbetrieb nicht beeinträchtigtBei der abgebrannten Halle handelt es sich um einen Galvanik-Betrieb, der unter anderem Autoteile herstellt. Die Diehl-Gruppe ist ein großer Rüstungskonzern, der auch Waffen für die Ukraine liefert. In Medien und sozialen Netzwerken löste das Spekulationen aus. Das Unternehmen teilte mit, dass im Berliner Werk keine Rüstungsgüter produziert worden seien.