Nach der Auftaktpleite gegen Dänemark will Österreich bei der Eishockey-WM in Tschechien heute gegen die Schweiz überraschen. Wir sind ab 20.20 Uhr live dabei, siehe Ticker unten.
Hier der Liveticker:Es war alles angerichtet für ein historisches Aufeinandertreffen. Bader gegen Bader, das erste Vater-Sohn-Duell bei einer Eishockey-Weltmeisterschaft, ist aber abgesagt. Thierry Bader ist überzähliger Stürmer im Schweizer Team und damit nur Zuschauer, wenn die Eidgenossen am Sonntagabend (20.20 Uhr) in Prag auf die von seinem Vater Roger Bader betreuten Österreicher treffen.Auch abseits der Familienbande, die es in dieser Konstellation bei einer WM laut Weltverband noch nie gegeben hat, ist die Verbindung in das Nachbarland einzigartig, wenngleich in Einbahnrichtung. Kein Land zieht mehr österreichisch Spieler an, in der Gegenrichtung baut der heimische Verband seit zehn Jahren auf Schweizer Know-how.Sprungbrett für ÖsterreicherDie Eidgenossen bieten eine sportlich wie finanziell lukrative Liga für Profis und eine ausgezeichnete Ausbildung für Talente. Top-Spieler wie Marco Rossi oder aufstrebende Profis wie Vinzenz Rohrer oder der bei der WM verletzt fehlende Verteidiger David Reinbacher haben die Schweizer Eishockey-Schule absolviert und dort den Einstieg in den Profisport geschafft. Sie alle haben eine Schweizer Lizenz und fallen nicht unter die Legionärsbeschränkung, die vor zwei Jahren auf sechs Imports erhöht worden ist.Im aktuellen österreichischen WM-Kader scheinen fünf Schweiz-Legionäre auf, insgesamt kann der ÖEHV-Kader laut Statistik von www.eliteprosepcts.com auf 963 Spiele in der starken National League verweisen, mit Abstand die meisten außerhalb der heimischen ICE-Liga.Ein besonderes DuellRoger Bader ist dagegen vor zehn Jahren von West nach Ost gegangen. Der 59-Jährige war im Frühjahr 2014 als Ausbildungsleiter geholt worden, war danach Nachwuchsteamchef, ist seit Oktober 2016 Teamchef des Nationalteams und seit Mai 2017 auch Sportdirektor. Sein stets deklariertes Ziel, Österreich zu einer echten A-Nation zu machen, will er in Prag mit dem dritten Klassenerhalt hintereinander realisieren. Unterstützung erhält Bader dabei durch die Schweizer Trainerlegende Arno del Curto.Auch wenn Bader schon lange für den österreichischen Verband arbeitet, sind Duelle mit seinem Heimatland noch immer etwas besonderes. „Ich müsste lügen, wenn ich sage, das mir das völlig egal ist. Aber ich konzentriere mich darauf, österreichischer Teamchef zu sein“, erklärte er. Noch spezieller wäre natürlich, wenn auch Sohn Thierry gegen sein Team oder im weiteren Turnierverlauf zu seinem WM-Debüt kommen würde. „Wenn er gegen mich spielt oder später, habe ich Freude, was für einen Vater normal ist. Aber das beeinflusst nicht meine Handlungen“, betonte Vater Bader.